Fast 25 Jahre nach dem Fund einer jungen Frauenleiche im Main ist der Fall des sogenannten „Mädchens aus dem Main“ aufgeklärt worden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Frankfurt und des Hessischen Landeskriminalamts steht nun die Identität der Toten fest. Zugleich nahmen Ermittler am 12. Mai einen 67 Jahre alten Mann fest, der dringend verdächtigt wird, seine damals 16-jährige Tochter im Jahr 2001 getötet zu haben. Gegen ihn wurde Untersuchungshaft wegen des Verdachts des Mordes angeordnet.
Die entscheidenden Hinweise kamen laut den Ermittlungsbehörden aus der internationalen Fahndungskampagne „Identify Me“. Im Oktober 2024 war die Öffentlichkeit erneut um Hinweise zur Identität der bislang unbekannten Jugendlichen und zum Täter gebeten worden. Nach mehreren Hinweisen aus der Bevölkerung seien die Ermittlungen mit hoher Intensität fortgeführt worden. Das führte nun zur Festnahme des Tatverdächtigen.
Leiche 2001 im Main entdeckt
Die Tote war am Nachmittag des 31. Juli 2001 im Main entdeckt worden. Passanten fanden den Leichnam damals in Frankfurt-Nied im Wasser. Die Jugendliche war verpackt und mit einem Sonnenschirmständer beschwert. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt und das Landeskriminalamt gingen seit langem von einem Tötungsdelikt aus.
Nach den jetzigen Erkenntnissen soll der Beschuldigte seine Tochter zwischen dem 28. und 31. Juli 2001 in der damaligen Familienwohnung in Offenbach getötet haben. Die Ermittler werfen ihm vor, den Leichnam anschließend in ein Bettlaken eingewickelt, verschnürt, an einem Sonnenschirmständer befestigt und dann in Frankfurt in den Main geworfen zu haben.
Fahndungskampagne brachte neue Hinweise
Der Fall war im Oktober 2024 Teil der internationalen Kampagne „Identify Me“ geworden. Interpol und mehrere europäische Länder hatten damals erneut ungeklärte Fälle mit bislang nicht identifizierten Frauen veröffentlicht. Ziel war es, auch bei lange zurückliegenden Tötungsdelikten neue Spuren zu erhalten.
Im hessischen Fall hatten die Ermittler seinerzeit öffentlich gemacht, dass die Tote schätzungsweise zwischen 13 und 16 Jahre alt gewesen sein dürfte und vermutlich aus dem asiatischen Raum stammte. Bekannt war außerdem, dass der Leichnam zwischen zwölf und 24 Stunden im Wasser gelegen hatte, bevor er entdeckt wurde. Die Ermittlungen der vergangenen Monate führten nun zur Identifizierung der Jugendlichen und zum Mordverdacht gegen ihren Vater.
Beschuldigter sitzt in Untersuchungshaft
Der 67-Jährige, ein in Pakistan geborener deutscher Staatsangehöriger, wurde nach Angaben der Behörden am Tag seiner Festnahme einer Ermittlungsrichterin beim Amtsgericht Frankfurt vorgeführt. Diese ordnete Untersuchungshaft an. Die Ermittlungen zu den Hintergründen dauern weiterhin an.















