Der Sommer des Jahres 2026 geht als der wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881 in die hessische Geschichte ein. Zugleich verzeichneten die Meteorologen den trockensten Juli, der jemals in dem Bundesland gemessen wurde. Die extremen Temperaturen und der eklatante Mangel an Niederschlag haben zu massiven Belastungen für Böden, Gewässer und das Grundwasser geführt.
Temperaturrekorde und zahlreiche tropische Nächte
Eine langanhaltende Hochdruckphase ab Mitte Juni sorgte für eine extreme Hitzewelle. Am 27. Juni kletterte das Thermometer in Bad Nauheim auf 41,3 Grad Celsius, was einen neuen absoluten Temperaturrekord für Hessen darstellt. Auch die Dauer der Hitze war ungewöhnlich. Am Frankfurter Flughafen zählten die Fachleute 18 Tage mit Höchstwerten von über 35 Grad Celsius, während in Darmstadt 15 derart heiße Tage registriert wurden. In der Frankfurter Innenstadt sanken die Temperaturen in 16 sogenannten Tropennächten im gesamten Sommer nicht unter die Marke von 20 Grad Celsius. Insgesamt lag die Durchschnittstemperatur in den meteorologischen Sommermonaten Juni, Juli und August um 3,7 Grad Celsius über dem Referenzwert der Jahre 1961 bis 1990.
Dramatischer Wassermangel in den Flüssen und Bächen
Zusätzlich zur Hitze fiel hessenweit im gesamten Sommer nur etwa 61 Prozent der sonst üblichen Niederschlagsmenge. Im Juli waren es im Flächendurchschnitt lediglich 14 Liter pro Quadratmeter. Diese Trockenheit, die bereits durch einen niederschlagsarmen Winter begünstigt wurde, führte zu extremen Niedrigwassern in den Gewässern. Ende Juni und Anfang Juli fielen landesweit sogar fünf Messpegel zeitweise komplett trocken. Zwar brachten Regenfälle ab Mitte August eine leichte Entspannung, doch das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) warnt vor voreiligen Schlüssen. „Die Niederschläge seit Mitte August haben die Situation bei den Gewässern und Böden in Hessen teilweise entspannt, von einer nachhaltigen Erholung kann jedoch noch nicht gesprochen werden“, erklärt Dr. Theresa Frommen, Co-Koordinatorin der Dürre-AG der Behörde.
Lokale Ökosysteme und Grundwasser leiden weiterhin
Die hohen Wassertemperaturen und der einhergehende Sauerstoffmangel verursachten erheblichen Stress für die Wasserwelt. In der Folge kam es besonders in flachen Stillgewässern wie dem Beuerbacher See oder dem Lampertheimer Altrhein zu wiederkehrendem Fischsterben. Auch die Böden in Hessen trockneten bis in eine Tiefe von über einem Meter fast vollständig aus, wobei leichte und sandige Böden in der Mainebene besonders stark betroffen sind. Die Grundwasserspeicher weisen ebenfalls kritische Werte auf. Ende August befanden sich 64 Prozent der Grundwassermessstellen auf einem niedrigen oder sehr niedrigen Niveau, womit sich die Lage im Vergleich zum Vorjahr noch einmal deutlich verschlechtert hat. Eine flächendeckende Regeneration der unterirdischen Reservoire ist nach Angaben der Fachleute erst durch ausgiebige Niederschläge im kommenden Winterhalbjahr zu erwarten.















