Bei einem hessenweiten Einsatz gegen den Missbrauch von Sozialleistungen und Strukturen der organisierten Kriminalität haben Sicherheitsbehörden am Mittwoch auch in Stadt und Kreis Offenbach umfangreiche Kontrollen durchgeführt. Insgesamt waren rund 600 Einsatzkräfte verschiedener Behörden im Bundesland unterwegs. Dabei nahmen sie 18 Personen vorläufig fest und beschlagnahmten Vermögenswerte in Millionenhöhe, wie das Hessische Landeskriminalamt mitteilte.
Ermittlungskomplex führt zu Festnahmen im Landkreis Offenbach
Ein Schwerpunkt der polizeilichen Maßnahmen lag in der Region. Im Landkreis Offenbach durchsuchten Ermittler zwei Wohngebäude und nahmen zwei Beschuldigte fest. Ihnen wird unter anderem bandenmäßige Steuerhinterziehung, Betrug beim Gebrauchtwagenhandel sowie der unrechtmäßige Bezug von Sozialleistungen vorgeworfen. Die Einsatzkräfte stellten vor Ort Bargeld in einem niedrigen fünfstelligen Bereich sowie Schmuck, Luxusuhren und mehrere teure Fahrzeuge sicher. Laut Landeskriminalamt sind diese Zugriffe Teil des großangelegten Ermittlungsverfahrens „AVALON“, das bereits seit dem Jahr 2018 geführt wird. In diesem Komplex konnten die Behörden bis heute kriminell erlangte Vermögenswerte von mehr als 3,4 Millionen Euro einziehen. Auch im direkten Stadtgebiet von Offenbach fanden am Mittwoch großangelegte mobile Kontroll- und Fahndungsaktionen im öffentlichen Raum statt.
Vernetzte Behörden kontrollieren Gewerbebetriebe im ganzen Bundesland
Der Einsatz wurde vom Landeskriminalamt koordiniert und im Auftrag mehrerer Staatsanwaltschaften durchgeführt, darunter die Abteilung für organisierte Geldwäsche aus Frankfurt. Neben der Polizei waren Beamte des Zolls, der Steuerfahndung, der Jobcenter, der Familienkasse sowie kommunaler Ordnungsämter beteiligt. Die Fahnder überprüften hessenweit gezielt Gaststätten, Barbershops, Spielhallen und weitere gewerbliche Einrichtungen. Im Fokus standen dabei die Aufdeckung von Scheinselbstständigkeiten, illegaler Beschäftigung und melderechtlichen Verstößen. Insgesamt kontrollierten die Beamten 1.065 Personen, 53 Gebäude und 104 Fahrzeuge.
Am Ende des Tages verzeichneten die Behörden landesweit 47 Strafanzeigen und 58 Ordnungswidrigkeiten. Neben dem Einsatz im Kreis Offenbach beschlagnahmten Polizisten beispielsweise auf der Autobahn 66 einen Sportwagen wegen des Verdachts der Geldwäsche und deckten im Bereich Darmstadt-Dieburg illegales Glücksspiel auf, was zu verhängten Bußgeldern von über 30.000 Euro führte. Insgesamt sicherten die Ermittler am Mittwoch kriminelle Profite im Wert von über 1,5 Millionen Euro, darunter neun Luxusautos und knapp 350.000 Euro Bargeld.
Innenminister kündigt weiterhin konsequentes Vorgehen gegen Täter an
Die Aktion vom Mittwoch war bereits die fünfte Einsatzmaßnahme dieser Art in Hessen, weshalb auch Vertreter von Polizeibehörden anderer Bundesländer als Beobachter anwesend waren. Hessens Innenminister Roman Poseck äußerte sich zu den Ergebnissen: „Die Aktionstage senden ein unmissverständliches Signal: Wer den Sozialstaat ausnutzt, muss damit rechnen, entdeckt und zur Rechenschaft gezogen zu werden. Das konsequente Vorgehen der Polizei zeigt, dass unser Rechtsstaat handlungsfähig ist.“
Daniel Muth, Präsident des Hessischen Landeskriminalamts, betonte den Wert der behördenübergreifenden Zusammenarbeit. „Durch die gemeinsamen Kontrollen gewinnen wir wertvolle Erkenntnisse über kriminelle Strukturen und setzen Nadelstiche“, erklärte Muth. Die gewonnenen Daten sollen nun ausgewertet und für weitere Verfahren im Bereich der organisierten Geldwäsche genutzt werden. Bei vorherigen Aktionstagen seit Ende des Jahres 2025 hatten die Ermittler in Hessen bereits Vermögenswerte von rund 3,7 Millionen Euro gesichert.















