Der Bund der Steuerzahler (BdSt) Hessen nimmt das neue Corporate Design der Hessischen Landesregierung unter die Lupe. Der Verein hat das neue Erscheinungsbild als Verdachtsfall für sein jährliches Schwarzbuch vorgemerkt und nach eigenen Angaben Recherchen aufgenommen.
Verdachtsfall für das jährliche Schwarzbuch
Auslöser seien zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung sowie eine teils emotional geführte Diskussion im Land. Der BdSt Hessen will nun klären, ob der Nutzen des neuen Designs in einem angemessenen Verhältnis zu den dafür aufgewendeten Kosten steht. Am Ende der Prüfung könne ein Eintrag im Schwarzbuch „Die öffentliche Verschwendung“ stehen, das der Bund der Steuerzahler jährlich veröffentlicht.
Kritik an Ausgaben und Zeitpunkt
„Das neue Erscheinungsbild mag für manche modern wirken, doch in Zeiten von Krisen, angespannten Haushalten und Milliardenschulden sollte sich die Landesregierung auf ihre Kernaufgaben konzentrieren. Für viele Steuerzahlerinnen und Steuerzahler ist es schwer nachvollziehbar, warum gerade jetzt mehrere hunderttausend Euro für ein neues Design ausgegeben werden“, erklärt Joachim Papendick, Vorsitzender des Bundes der Steuerzahler Hessen.
Der Verein betont, ein zeitgemäßes Erscheinungsbild und eine einheitliche Außendarstellung gehörten grundsätzlich zu einer professionellen Verwaltung. Gleichzeitig sieht der BdSt Hessen die Landesregierung in der Pflicht, künftige Ausgaben stärker nach Prioritäten auszurichten.
Forderung nach anderer Schwerpunktsetzung
„Steuergeld ist kein Selbstzweck. Es sollte vorrangig dort eingesetzt werden, wo es den Menschen im Land unmittelbar zugutekommt – etwa in Bildung, Infrastruktur oder innere Sicherheit. Ein neues Logo oder gar eine Mode-Kollektion bringen den Menschen in krisenhaften Zeiten wohl nur wenig Mehrwert“, so Papendick.
















