Die Zahl der Verkehrsunfälle mit E-Scootern, bei denen Menschen zu Schaden kommen, hat im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand erreicht. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes registrierte die Polizei im Jahr 2025 deutschlandweit 16.496 entsprechende Vorfälle. Dies entspricht einem Zuwachs von 38,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dabei verloren insgesamt 38 Menschen ihr Leben, was ebenfalls einen Anstieg gegenüber den 27 Todesopfern im Jahr 2024 bedeutet. Unter den Getöteten befanden sich 33 Personen, die selbst auf einem Elektroroller unterwegs waren, sowie drei Fußgänger, ein Radfahrer und ein Autofahrer. Zudem wurden im gesamten Bundesgebiet 1.895 Menschen schwer und über 16.000 leicht verletzt. Obwohl E-Scooter mit einem Anteil von 5,5 Prozent aller Verkehrsunfälle mit Personenschaden eine noch vergleichsweise geringe Rolle im Gesamtverkehr spielen, rücken die Fahrzeuge durch den rapiden Anstieg zunehmend in den Fokus der Verkehrssicherheit.
Falsche Straßennutzung und Alkohol stellen Hauptursachen dar
Die amtliche Auswertung zeigt, dass häufig fehlerhaftes Verhalten der Fahrerinnen und Fahrer zu den Kollisionen führt. In mehr als einem Fünftel der Fälle fuhren die Nutzer unerlaubt auf Gehwegen oder nutzten die Fahrbahn falsch, anstatt auf vorhandene Radwege oder Schutzstreifen auszuweichen. Als zweithäufigste Ursache vermerkte die Polizei das Fahren unter Alkoholeinfluss. Mit knapp elf Prozent liegt dieser Wert deutlich höher als bei Fahrradfahrern oder Nutzern von Mofas. Ein weiteres Problem stellt die unerlaubte Mitnahme von Personen dar. Obwohl die Roller laut Straßenverkehrsordnung ausschließlich für eine einzige Person zugelassen sind, zählten die Behörden 822 verletzte Mitfahrer. Dies entspricht einem Anteil von über fünf Prozent aller verunglückten Nutzer und schließt auch eines der Todesopfer mit ein. Zudem führten eine nicht angepasste Geschwindigkeit sowie Fehler beim Abbiegen oder Wenden regelmäßig zu kritischen Situationen.
Vor allem jüngere Generationen sind in Unfälle verwickelt
Die Unfallstatistik legt zudem eine deutliche Altersstruktur bei den Verunglückten offen. Mehr als die Hälfte der betroffenen E-Scooter-Fahrer war im Jahr 2025 jünger als 25 Jahre. Rechnet man alle Altersgruppen bis 45 Jahre zusammen, machen diese fast 84 Prozent der Verletzten aus. Ältere Menschen ab 65 Jahren sind hingegen mit lediglich gut drei Prozent kaum in derartige Unfälle involviert. Dieser Trend unterscheidet sich eklatant vom klassischen Fahrradverkehr, wo der Anteil der jüngeren Unfallopfer spürbar geringer ausfällt und Senioren weitaus häufiger betroffen sind. Die Statistiker führen diese Diskrepanz primär darauf zurück, dass Elektroroller im Alltag vorwiegend von einem jungen Publikum genutzt werden.
Die meisten Zusammenstöße ereignen sich in größeren Städten
Das Unfallgeschehen konzentriert sich stark auf den urbanen Raum. Fast die Hälfte aller E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden ereignete sich in Großstädten mit mehr als 100.000 Einwohnern. Gut 30 Prozent der insgesamt erfassten Vorfälle waren sogenannte Alleinunfälle ohne weitere Beteiligte, bei denen allein 16 Rollerfahrer ums Leben kamen. Kommt es hingegen zu Zusammenstößen mit anderen Verkehrsteilnehmern, sind zumeist Personenwagen involviert. Bei Unfällen mit zwei Beteiligten tragen die E-Scooter-Fahrer in gut der Hälfte der Fälle die Hauptschuld. Während sie bei Kollisionen mit Autos mit knapp 38 Prozent seltener als Hauptverursacher gelten, verschiebt sich dieses Verhältnis bei Unfällen mit ungeschützten Verkehrsteilnehmern drastisch. So wurden die Nutzer der Elektroroller bei Zusammenstößen mit Radfahrern in rund 74 Prozent und bei Unfällen mit Fußgängern sogar in fast 89 Prozent der Fälle als Hauptschuldige registriert.
















