In Dietzenbach ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort binnen drei Jahren deutlich gewachsen. Grundlage sind Auswertungen der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit, auf die sich die Kreisstadt bezieht. Demnach stieg die Zahl von 13.690 zum Stichtag 30. Juni 2022 auf 14.713 zum 30. Juni 2025. Das entspricht einem Zuwachs um 1.023 Arbeitsplätze beziehungsweise 7,5 Prozent.
Bürgermeister Dr. Dieter Lang sagt dazu: „Dietzenbach zeigt, dass wirtschaftliches Wachstum, soziale Verantwortung und Nachhaltigkeit zusammen funktionieren. Die Unternehmensentwicklungen bestätigen unseren Kurs und geben der Stadt Rückenwind. Entscheidend ist nun, die Rahmenbedingungen weiter zu stärken – mit moderner Infrastruktur, vorausschauender Flächenentwicklung und verlässlichen Prozessen.“
Pro-Kopf-Wert liegt über Vergleichszahlen
Auch im Verhältnis zur Einwohnerzahl legte Dietzenbach zu. Die Stadt nennt 415 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte je 1.000 Einwohner für 2025, nach 394 im Jahr 2022. Zum Vergleich werden für die Nachbarstädte 308 je 1.000 Einwohner im Jahr 2025 sowie für den Kreis Offenbach 384 je 1.000 Einwohner im Jahr 2025 angegeben. Im gleichen Zeitraum beziffert Dietzenbach für den gesamten Kreis Offenbach ein Plus von 5.788 Arbeitsplätzen, was 4,4 Prozent entspreche.
Zuwächse vor allem bei Dienstleistungen und Daseinsvorsorge
Das Beschäftigungsplus verteilt sich nach den genannten Zahlen auf mehrere Bereiche. Deutliche Zuwächse werden bei sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (+344), Erziehung und Unterricht (+292) sowie Gesundheits- und Sozialwesen (+236) ausgewiesen. Ebenfalls gestiegen seien die Beschäftigtenzahlen in der öffentlichen Verwaltung/Sozialversicherung (+183), in Information und Kommunikation (+99) sowie in freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (+94). Zuwächse werden zudem für Baugewerbe (+50), Gastgewerbe (+32) und sonstige Dienstleistungen (+71) genannt.
Gleichzeitig werden Rückgänge in einzelnen Branchen ausgewiesen, insbesondere in Verkehr und Lagerei (-240), Handel/Kfz-Instandhaltung (-69) sowie im verarbeitenden Gewerbe (-48).
Rechenzentren und Unternehmensumzüge im Jahr 2025
Für 2025 beschreibt die Kreisstadt mehrere Projekte, die den Standort geprägt hätten. Genannt wird die Entscheidung von Google, ein neues Rechenzentrum in Dietzenbach zu errichten; das Projekt sei Teil eines europäischen Cloud- und KI-Investitionsprogramms des Unternehmens in Höhe von 5,5 Milliarden Euro. Gemeinsam mit der Energieversorgung Offenbach (EVO) solle die Abwärme des künftigen Rechenzentrums genutzt werden, um bis zu 2.000 Haushalte zu versorgen.
Außerdem wird das Rechenzentrum von EdgeConneX genannt: Nach Baugenehmigung 2023 und Spatenstich sei 2025 weitergebaut worden; im September 2025 sei die Anlage in Betrieb gegangen. Als Merkmale werden unter anderem begrünte Fassaden, Regenwassernutzung, Grauwasserrecycling, Textilfassaden gegen Vogelschlag sowie ein Kühlsystem ohne Trinkwasserverbrauch aufgeführt. In diesem Zusammenhang ist von rund 50 neuen Arbeitsplätzen die Rede.
Mittelstand, soziale Dienste und Grundstücksrückabwicklung
Als größere Standortentscheidung wird der Umzug der Abel Mobilfunk GmbH & Co. KG von Rödermark in das Gewerbegebiet Nord beschrieben. Auf mehr als 21.000 Quadratmetern seien Büro- und Logistikflächen entstanden; genannt werden Photovoltaik, Wärmepumpen und Ladeinfrastruktur. Der Standort biete zunächst rund 130 Mitarbeitenden Arbeitsplätze, perspektivisch seien etwa 100 weitere Stellen vorgesehen.
Die Concept Gebäudeservice GmbH habe ihren Firmensitz aus Offenbach nach Dietzenbach verlegt und eine eigene Immobilie erworben; genannt werden 150 Arbeitsplätze. Zudem wird beschrieben, dass das Unternehmen öffentliche Grünflächen ehrenamtlich pflege.
Für die Malteser wird dargestellt, dass eine Immobilie zur Anmietung gefunden worden sei. Ein geplanter Neubau an der Philipp-Reis-Straße werde wegen stark gestiegener Baukosten nicht weiterverfolgt; stattdessen setze man auf eine Mietlösung. Roy Kanzler, Diözesangeschäftsführer der Malteser in der Diözese Mainz, wird so zitiert: „Wir freuen uns sehr, dass wir in Dietzenbach geeignete Räumlichkeiten zur Miete gefunden haben. Damit können wir unsere sozialunternehmerischen Dienste wie Menüservice und Fahrdienst in der Kreisstadt bündeln und langfristig absichern. Aktuell befinden wir uns in der Endabstimmung bezgl. der erforderlichen Nutzungsänderung„, so Roy Kanzler, Diözesangeschäftsführer der Malteser in der Diözese Mainz. Durch die Ansiedlung entstünden rund 240 neue sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Dr. Dieter Lang sagt dazu: „Die neue Lösung ist ein Gewinn für unsere Stadt und die gesamte Region. Ich bin überzeugt, dass die Malteser eine Bereicherung für Dietzenbach darstellen. Unsere Wirtschaftsförderung wird den weiteren Prozess eng begleiten.“
Im Zusammenhang mit dem nicht weiterverfolgten Neubau nennt die Stadt außerdem eine Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung vom 29. August 2025: Demnach werde ein vertraglich gesichertes Wiederkaufsrecht ausgeübt, der Kaufvertrag aus dem Jahr 2023 rückabgewickelt und das Grundstück an die Stadt zurückgeführt; es stehe wieder zur Vermarktung zur Verfügung.
Weitere Vorhaben: Gesundheitsstandort und Handwerk
Als weiteres Projekt wird die Zentner Scherer GmbH genannt, die den Bau einer neuen Firmenzentrale in Dietzenbach plane. Aufgeführt werden nachhaltige Architektur, moderne Energie- und Gebäudetechnik sowie „über 50 Arbeitsplätze“.
Außerdem wird die Zusammenführung der Bäckereien Bauder und Café Ernst beschrieben. Die neue Zentrale an der Elisabeth-Selbert-Straße solle Produktion, Verwaltung und Verkauf bündeln. Genannt werden über 150 Mitarbeitende, später bis zu 175; außerdem Photovoltaik und energieeffiziente Produktion.
Der Spieleverlag AMIGO Spiel + Freizeit GmbH plane einen Neubau an der Lise-Meitner-Straße mit Büro- und Lagerflächen sowie Begrünung und Photovoltaikanlage.
Wirtschaftsförderung sieht Standortentscheidungen bestätigt
Michael Krtsch, Leiter der Wirtschaftsförderung, fasst die Entwicklung für das Jahr 2025 so zusammen: „Dietzenbach hat 2025 eindrucksvoll gezeigt, dass hier Zukunft gestaltet wird. Vom globalen Tech-Giganten bis zum lokalen Familienbetrieb finden Unternehmen in Dietzenbach die Bedingungen, um nachhaltig zu wachsen. Das ist Wirtschaftsförderung mit Weitblick und strategischer Standortentwicklung“.
















