Die anhaltende Hitzewelle in Deutschland belastet die regionale Infrastruktur stark. Im Kreisgebiet zeigte sich dies zuletzt durch den kurzzeitigen Notstand, den der Zweckverband Wasserversorgung Stadt und Kreis Offenbach ausgerufen hatte. Seit vergangenem Dienstag hat sich die Situation leicht entspannt, sodass die zuständigen Stellen die sogenannte Wasserampel von der roten auf die gelbe Warnstufe zurücksetzen konnten. Um die dauerhafte Versorgung der rund 5.200 Hausanschlüsse im Dietzenbacher Stadtgebiet auch in Zukunft zu gewährleisten, treiben die städtischen Versorgungsbetriebe derzeit die Instandhaltung des lokalen, etwa 106 Kilometer langen Leitungsnetzes voran.
Früher Schichtbeginn schützt Arbeiter bei Temperaturen über 35 Grad
Ein zentraler Bestandteil dieser Modernisierungsmaßnahmen ist die aktuelle Sanierung einer Haupttrinkwasserleitung im Bereich des Hexenbergs. Ein fünfköpfiges Team arbeitet derzeit in der Limburger sowie der Marburger Straße an der Umsetzung des Projekts. Ab dem 1. August sollen die Baumaßnahmen plangemäß auf die Fuldaer Straße ausgeweitet werden, bevor das Vorhaben voraussichtlich Ende September seinen Abschluss findet. Da die Temperaturen aktuell deutlich über der Marke von 35 Grad liegen, haben die Stadtwerke die Arbeitsabläufe für das Personal vor Ort umstrukturiert. Die Schichten beginnen nun bereits um 6 Uhr morgens. Durch diese Vorverlegung können körperlich besonders anstrengende Tätigkeiten in den noch kühleren Morgenstunden oder alternativ am Abend verrichtet werden. Zudem wurden den Beschäftigten zusätzliche Trinkpausen verordnet.
Sanierung der Hauptleitungen sichert die künftige kommunale Infrastruktur
Die Verantwortlichen der Stadtwerke betonen die Relevanz der Baumaßnahme für die dauerhafte Stabilität des örtlichen Systems. Jürgen Deckmann, Abteilungsleiter der Wasserversorgung, ordnet das Projekt fachlich ein: „Die gezielte Modernisierung dieser Hauptleitung ist dringend notwendig, um unser Leitungsnetz fit für die Zukunft zu machen und die Versorgung auch bei extremen Wetterlagen zuverlässig sicherzustellen“. Er verweist dabei auf die enormen Mengen, die das System jährlich bewältigen muss: „Jedes Jahr fließen rund 1,7 Milliarden Liter Trinkwasser durch unser Leitungsnetz. Gerade an heißen Tagen mit besonders hoher Nachfrage müssen wir uns deshalb auf eine leistungsfähige und zuverlässige Infrastruktur verlassen können.“ Der Geschäftsführer der Stadtwerke, Guido Schick, würdigt den Einsatz des Personals angesichts der widrigen Witterungsumstände: „Unsere Kollegen auf dem Hexenberg leisten unter extremen Bedingungen hervorragende Arbeit und sorgen dafür, dass die Menschen in Dietzenbach jederzeit zuverlässig mit Trinkwasser versorgt werden.“
Behörden appellieren an die Bevölkerung zum sparsamen Umgang mit Trinkwasser
Trotz der leichten Entspannung der regionalen Versorgungslage fordern die Stadtwerke gemeinsam mit dem Zweckverband sowie der Stadt und dem Landkreis Offenbach die Bevölkerung weiterhin dazu auf, den Wasserverbrauch konsequent gering zu halten. Konkret raten die Behörden dringend davon ab, Gärten und Rasenflächen zu bewässern, private Schwimmbecken zu befüllen oder Fahrzeuge mit wertvollem Trinkwasser zu waschen. Die städtische Verwaltung hat für derartige klimatische Krisenfälle bereits vor längerer Zeit rechtliche Rahmenbedingungen geschaffen. Bürgermeister Dr. Dieter Lang weist in diesem Zusammenhang auf die Vorgaben der Kommune hin und erklärt: „Auch die Kreisstadt Dietzenbach hat für entsprechende Ausnahmesituationen bereits vorgebeugt“. Er bezieht sich dabei auf die im Jahr 2022 erlassene Gefahrenabwehrverordnung der Stadt, welche Einschränkungen des Verbrauchs im Falle eines ausgerufenen Trinkwassernotstandes verbindlich reglementiert.
















