Am vergangenen, stark von der aktuellen Hitzewelle geprägten Sommerwochenende haben sich über 50 Paare in der Region im Rahmen der bundesweiten Aktion „Einfach heiraten“ kirchlich trauen oder segnen lassen. Die evangelischen Kirchengemeinden in Dietzenbach und Dudenhofen öffneten dafür am Freitag ihre Pforten, während die Kirche in Seligenstadt am Samstag nachzog. Ein ursprünglich ebenfalls in Langen geplantes Angebot musste aufgrund der extremen Temperaturen in Kombination mit einem kurzfristigen personellen Ausfall abgesagt werden. Deutschlandweit beteiligten sich knapp 370 Orte an der Aktion.
Das Angebot richtete sich an eine breite Zielgruppe und wurde von unterschiedlichsten Paaren wahrgenommen. Neben klassischen kirchlichen Trauungen wurden auch bestehende Partnerschaften sowie Ehejubiläen gesegnet. Unter den Teilnehmern befanden sich junge Paare ebenso wie langjährige Ehepartner. Einige brachten ihre Familien mit, andere zogen es vor, den Moment in trauter Zweisamkeit zu begehen. Während sich manche Paare lange auf diesen Tag vorbereitet hatten, nutzten andere die Gelegenheit spontan.
Ehrenamtliche und Hauptamtliche schaffen einen festlichen Rahmen
Der Begriff „einfach“ im Titel der Aktion bezog sich auf die unkomplizierte Organisation, nicht jedoch auf die Ausgestaltung der Feierlichkeiten. Haupt- und Ehrenamtliche hatten in den Wochen zuvor in den teilnehmenden Gemeinden intensiv geplant und dekoriert. Die Kirchenräume und Gemeindehäuser waren mit Blumenschmuck und farblich abgestimmten Elementen festlich hergerichtet. Im Anschluss an die Zeremonien standen für die Paare und ihre Gäste gedeckte Tische mit Kaffee, Kuchen und Getränken bereit.
Besonders in Dudenhofen zeigte sich die intensive Vorbereitung. Dort hatten sich Kirchengemeinden aus Rodgau und Rödermark mit der Bonhoeffer-Gemeinde Mühlheim zusammengeschlossen. Ehrenamtliche Segensbegleiter empfingen die Paare, führten die Traugespräche und begleiteten sie während des gesamten Ablaufs. Die Dudenhofener Pfarrerin Christina Koch zeigte sich im Nachgang zufrieden mit dem Ablauf: „Am Ende haben wir genau das erlebt, was wir uns gewünscht hatten: Die Paare sollten sich vom ersten Moment an willkommen fühlen. Besonders schön war zu sehen, wie selbstverständlich unsere Segensbegleiter für die Menschen da waren“.
In Dietzenbach erlebte Pfarrerin Mareike Clausing eine emotionale Vielfalt: „Manche waren aufgeregt, andere ganz ruhig, einige hatten Freudentränen in den Augen. Am Ende hatten sie alle eines gemeinsam: dieses Strahlen nach dem Segen“. Ein besonderes Ereignis fand ebenfalls in Dietzenbach statt: Stephanie Rill, die dort als Prädikantin in Ausbildung selbst Segensfeiern durchführte, ließ sich im weiteren Verlauf des Tages gemeinsam mit ihrem Ehemann Rainer in eben jener Kirche segnen, in der sie sich vor vielen Jahren das Ja-Wort gegeben hatten. In Seligenstadt wurden am Samstag 13 Paare gesegnet. Dort gestaltete Dekanatskantorin Dorothea Baumann gemeinsam mit einer Harfenistin und einer Sopranistin jede Feier individuell aus. Zudem bot eine ehrenamtliche Fotografin den Paaren an, Bilder von den Zeremonien anzufertigen.
Kirchengemeinden reagieren mit kreativen Ideen auf die historische Hitzewelle
Angesichts der enormen Hitze von fast 40 Grad mussten die Verantwortlichen vor Ort teils improvisieren. Die kühlen Kirchen boten dabei den primären Schutz vor den Temperaturen. In Dietzenbach nutzten die Teilnehmer zusätzlich den historischen Kühlkeller des örtlichen Pfarrhauses. In Dudenhofen griffen die Organisatoren auf Sprühnebel und kühlende Fußbäder zurück, um den Gästen Erleichterung zu verschaffen. In einer anderen Gemeinde organisierte eine Kirchenvorsteherin kurzfristig Eis für die Anwesenden.
Dekan Steffen Held zog nach dem Wochenende ein positives Fazit und dankte den zahlreichen Helfern: „In unseren Gemeinden haben Haupt- und Ehrenamtliche mit großer Kreativität, viel Zeit und ganzem Herzen vorbereitet, aufgebaut, musiziert, begleitet, fotografiert, dekoriert und für die Paare gesorgt“. Sein Dank richtete sich zudem an die teilnehmenden Paare: „Mein Dank gilt aber genauso den Paaren, die uns ihr Vertrauen geschenkt und uns an einem der wichtigsten Momente ihres Lebens haben teilhaben lassen. Solche Tage zeigen eindrucksvoll, was Kirche sein kann: ein Ort, an dem Menschen willkommen sind, Gemeinschaft erleben und Gottes Segen ganz persönlich erfahren können.“ Auch die Heusenstammer Pfarrerin Susanne Winkler resümierte: „Uns war wichtig, die Hürden bewusst niedrig zu halten und trotzdem jeder einzelnen Feier die Aufmerksamkeit und Wertschätzung zu schenken, die sie verdient“.















