Dietzenbach wird Teil eines weitreichenden Ausbauprogramms des US-Technologiekonzerns Google. Das Unternehmen plant ein neues Rechenzentrum in der Kreisstadt und bindet den Standort in ein europäisches Netzwerk für Cloud- und KI-Dienste ein. Die Investition ist Bestandteil eines Programms im Umfang von 5,5 Milliarden Euro, das Google am 11. November 2025 in Berlin vorgestellt hat.
Standort gilt als strategisch gut aufgestellt
Nach Angaben der Stadt sieht Google in Dietzenbach einen Standort mit geeigneten strukturellen Voraussetzungen. Bürgermeister Dr. Dieter Lang bezeichnet die Entscheidung als deutlichen Impuls für die Region. „Dietzenbach ist mit rund 37.000 Einwohnern sicherlich keine Metropole, aber eine Stadt mit Charakter, Haltung und Energie. Sie begreift Wandel als Chance und gestaltet Zukunft aktiv“, sagt er. Die Wahl des Unternehmens sei „ein starkes Zeichen des Vertrauens“.
Die Stadt verweist auf eine bereits seit Jahrzehnten gewachsene wirtschaftliche Infrastruktur. Dietzenbach wurde in den 1970er Jahren gezielt als Siedlungsschwerpunkt entwickelt und bietet heute unter anderem eine flächendeckende Glasfaserversorgung im Gewerbegebiet, leistungsfähige Energieanschlüsse sowie eine verkehrsgünstige Lage zwischen Frankfurt und dem Flughafen.
Teil des europäischen Google-Cloud-Netzes
Das geplante Rechenzentrum soll künftig digitale Dienste für Unternehmen, Forschungseinrichtungen und öffentliche Stellen in Deutschland bereitstellen. Nach Darstellung der Stadt wird Dietzenbach damit ein Baustein innerhalb der europäischen Infrastruktur von Google Cloud.
Bürgermeister Lang betont, der Standort profitiere von früheren Investitionen: „Dietzenbach war die erste Stadt in Hessen mit flächendeckender Glasfaser im Gewerbegebiet. Diese Weitsicht zahlt sich heute aus.“ Zudem verweist er auf die Arbeitsweise der Verwaltung: „Wir sind lösungsorientiert, wir sind schnell, und wir übernehmen Verantwortung.“
Nutzung von Abwärme geplant
Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts betrifft die Energieversorgung. Google und die Energieversorgung Offenbach (EVO) beabsichtigen, die Abwärme des Rechenzentrums in das regionale Fernwärmenetz einzuspeisen. Laut Angaben der Stadt können dadurch künftig rund 2.000 Haushalte mit Wärme versorgt werden. Dr. Lang sieht darin ein Modell für die Verbindung von technischer Innovation und Klimaschutz: „Das Projekt zeigt, dass technologische Innovation und ökologische Verantwortung sich gegenseitig stärken können.“
Digitalstandort gewinnt weiter an Gewicht
Die Investition reiht sich in weitere Projekte der IT- und Rechenzentrumsbranche in Dietzenbach ein. Bürgermeister Lang ordnet das Vorhaben als Fortsetzung einer Entwicklung ein: „Das neue Rechenzentrum von Google, das Rechenzentrum von EdgeConnex und die weiteren, in Planung befindlichen Projekte in Dietzenbach verdeutlichen die Rolle der Kreisstadt als Schwerpunkt der Digitalisierung und der IT-Infrastruktur in Hessen, Deutschland und auch Europa.“
















