Nach massiven Sturmschäden vor einigen Jahren haben Heranwachsende am Freitag in Dietzenbach eine Kahlfläche im Wald neu bepflanzt. Insgesamt 85 Mädchen und Jungen der Helen-Keller-Schule sowie der Regenbogenschule setzten auf dem Areal heimische und an das Klima angepasste Laubbäume in den Boden.
Experten begleiten das Pflanzen von Eichen und Hainbuchen
Das betroffene, etwa 1,5 Hektar große Waldstück im Bereich der Vélizystraße und der Waldstraße war im Jahr 2019 durch ein Unwetter stark verwüstet worden. Um die entstandene Lücke im Baumbestand zu schließen, pflanzten die Grundschulkinder nun unter der fachlichen Anleitung von Vertretern der Organisation Waldfreunde gGmbH 400 Traubeneichen sowie 150 Hainbuchen. Für ihre Mitarbeit an dem ökologischen Projekt erhielten die beteiligten Schüler im Anschluss ein Teilnahmezertifikat. Vor Ort wurden die Schulklassen von Landrat Oliver Quilling, dem Kreisbeigeordneten Alexander Böhn sowie dem Dietzenbacher Bürgermeister Dieter Lang empfangen.
Sensibilisierung für den Erhalt des regionalen Lebensraums
Die Pflanzaktion soll den Nachwuchs für den Wert der Natur sensibilisieren. Der Landkreis Offenbach weist trotz seiner zentralen Lage im dicht besiedelten Rhein-Main-Gebiet einen vergleichsweise hohen Anteil an naturnahen Flächen auf. Nach Behördenangaben sind rund 44 Prozent des Kreisgebietes bewaldet, zudem existieren 33 ausgewiesene Naturschutzgebiete. Landrat Quilling ordnete die Bedeutung des Waldes bei dem Termin entsprechend ein: „Fast die Hälfte unseres Kreisgebiets besteht aus Wald. Umso wichtiger ist es, dass Kinder erfahren, wie wertvoll und zugleich verletzlich dieser Lebensraum ist“. Den pädagogischen Ansatz der Aktion unterstrich der Verwaltungschef mit den Worten: „Wer selbst einen Baum pflanzt, erlebt unmittelbar, dass der Schutz unserer Natur auch mit persönlichem Einsatz beginnt.“ Jürgen Graf, Geschäftsführer der organisierenden Waldfreunde gGmbH, äußerte sich ähnlich zur aktiven Einbindung der Heranwachsenden: „Kinder gestalten ihre Zukunft selbst, wir müssen sie bloß auf ihrem Weg unterstützen. An diesem Tag geben wir ihnen dafür Schaufel und Bäume“.
Einbindung in ein internationales Programm zur regionalen Gestaltung
Die Aufforstung in Dietzenbach ist thematisch in das Programm „Mensch, Natur, Zusammenhalt – ENSO“ eingebettet. Dabei handelt es sich um den offiziellen Beitrag des Kreises Offenbach zur World Design Capital Frankfurt RheinMain im Jahr 2026. Dieser internationale Titel, den die Metropolregion als erste in Deutschland trägt, versteht Gestaltung nicht nur als Formgebung, sondern als ein Instrument, um gesellschaftliche Herausforderungen zu bearbeiten und strukturelle Veränderungen anzustoßen. Verschiedene Akteure unterstützten die praktische Umsetzung in der Kreisstadt. Zu den Förderern gehörten die Sparkasse Langen-Seligenstadt, das Neu-Isenburger Unternehmen Chip One, das Autohaus Brass, das Europe Direct Relais Rhein-Main sowie das Klimaschutzmanagement des Landkreises.















