In der Kläranlage Dietzenbach ist es in den vergangenen Monaten wiederholt zu erheblichen Störungen gekommen. Ursache waren nach Angaben der Stadtwerke Dietzenbach illegale oder nicht zulässige Einleitungen ins städtische Kanalnetz. Die eingeleiteten Stoffe haben die biologische Reinigungsleistung der Anlage stark beeinträchtigt und stellen ein ernstzunehmendes Risiko für Umwelt und Gewässerschutz dar.
Biologische Stufe massiv beeinträchtigt
Die eingeleiteten Substanzen – mutmaßlich chemischer oder industrieller Herkunft – haben insbesondere die biologische Stufe der Kläranlage geschädigt. „In dieser Reinigungsstufe übernehmen Mikroorganismen die zentrale Aufgabe, organische Stoffe abzubauen“, erklärt Jannis Wirth, Technischer Bereichsleiter der Stadtwerke. „Diese Organismen wurden durch die eingeleiteten Stoffe erheblich geschädigt. In der Folge kam der biologische Reinigungsprozess zeitweise fast vollständig zum Erliegen.“
Die Auswirkungen auf die Wasserqualität waren messbar: Die Konzentrationen von Ammonium und chemischem Sauerstoffbedarf (CSB) stiegen deutlich über die gesetzlich zulässigen Grenzwerte. Im schlimmsten Fall kann dies dazu führen, dass unzureichend gereinigtes Abwasser in die Umwelt gelangt – mit potenziell schwerwiegenden Folgen für Tiere, Pflanzen und die Gewässerqualität.
Ökologische und wirtschaftliche Folgen
„Neben den ökologischen Folgen betreffen solche Einleitungen langfristig auch die Bürgerinnen und Bürger, etwa durch höhere Betriebskosten und mögliche Gebührenerhöhungen“, warnt Guido Schick, Geschäftsführer der Stadtwerke Dietzenbach. „Als kommunales Unternehmen setzen wir uns für einen zuverlässigen Gewässerschutz ein – das geht nur gemeinsam mit allen Beteiligten.“
Zur Ursachenklärung wurden Abwasserproben entnommen und an spezialisierte Labore weitergeleitet. Die Analyse soll Hinweise auf die Art der eingeleiteten Stoffe liefern und helfen, mögliche Verursacher zu identifizieren.
Aufklärung und Prävention im Fokus
In Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung haben die Stadtwerke eine Informationskampagne gestartet. Ein Schreiben ging an alle indirekten Einleiter im Stadtgebiet, um auf die rechtlichen Rahmenbedingungen und möglichen Konsequenzen nicht zulässiger Einleitungen hinzuweisen. Ziel ist es, das Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Umgang mit wassergefährdenden Stoffen zu stärken – sowohl im privaten als auch im gewerblichen Bereich.
Zu den häufigsten Fehlentsorgungen zählen Farben, Lacke, Lösungsmittel, Medikamente, Fette und Reinigungsmittel. Auch Hygieneartikel, Feuchttücher oder Katzenstreu belasten die Kanalisation und führen zu Schäden in der Anlage. In die Toilette gehören ausschließlich menschliche Ausscheidungen und Toilettenpapier – alles andere kann die Infrastruktur erheblich beeinträchtigen.
Appell an die Bevölkerung
Die Stadtwerke Dietzenbach rufen alle Bürgerinnen und Bürger zur Mithilfe auf. Verdächtige Beobachtungen oder Hinweise auf illegale Einleitungen sollen dem Kundenzentrum gemeldet werden. „Unsere Kläranlage leistet tagtäglich einen wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Gesundheitsschutz“, so Schick. „Damit das so bleibt, brauchen wir das Mitwirken der gesamten Stadtgesellschaft.“















