Der Kreisausschuss hat dem Kreistag die Freigabe von rund 3,1 Millionen Euro für die Modernisierung des Europahauses in Dietzenbach empfohlen. Der Gebäudekomplex an der Offenthaler Straße soll energetisch auf den neuesten Stand gebracht werden, eine komplett neue Elektrik erhalten und künftig ohne Hindernisse zugänglich sein. Nach den Plänen der Kreisverwaltung soll mit den Bauarbeiten noch im laufenden Jahr begonnen werden.
Umfassende Arbeiten an Gebäudehülle und Leitungsnetz
Im Zuge der geplanten Maßnahmen erhalten die Außenfassaden der Liegenschaft ein neues Wärmedämmverbundsystem. Um auch die Kelleraußenwände nachträglich dämmen zu können, muss das Erdreich am Haupt- und am Theatergebäude dafür zunächst freigelegt werden. Der verbindende Eingangsbereich zwischen den beiden Baukörpern wird ebenfalls energetisch saniert. Hierfür lässt der Kreis die Glasfassaden sowie die Eingangstür austauschen und den Dachaufbau mitsamt der Dämmung vollständig erneuern. Sämtliche Gebäudeteile werden zudem mit neuen Kunststofffenstern samt Rollläden ausgestattet. Für den Heizungskeller sind Abdichtungsarbeiten vorgesehen, während die erdberührten Kellerräume auf der Rückseite des Hauptgebäudes eine Be- und Entlüftungsanlage erhalten. Da die elektrotechnischen Anlagen in der Vergangenheit mehrfach baulich erweitert wurden, ist nun eine komplette Modernisierung auf den aktuellen Stand der Technik geplant. In diesem Rahmen erneuern Fachfirmen auch den Blitzschutz und rüsten die Warmwasseraufbereitung auf dezentrale Systeme um.
Neuer barrierefreier Zugang und Investition in die Zukunft
Eine wesentliche bauliche Veränderung betrifft den Eingangsbereich des Komplexes. Die bisherigen Treppenstufen werden im Zuge der Dämmarbeiten an der Kellerwand entfernt und durch eine Rampe ersetzt, sodass Besucher das Gebäude künftig barrierefrei betreten können. Für die Umsetzung der Sanierungsarbeiten müssen auf dem Gelände teilweise Sträucher und Pflanzen zurückgeschnitten werden, was nach Abschluss des Projekts durch entsprechende Neupflanzungen ausgeglichen werden soll. Der Kreisbeigeordnete Alexander Böhn begründet die geplante Millioneninvestition in die Immobilie wie folgt: „Mit der nun geplanten Sanierung lösen wir den Sanierungsstau auf, um das Gebäude langfristig nutzen zu können“.
Historie des Gebäudes und aktuelle soziale Nutzung
Das Europahaus wurde im Jahr 1971 ursprünglich als Landschulheim errichtet und ging 2002 in das Eigentum des Kreises Offenbach über, der als Eigentümer für die bauliche Instandhaltung der Immobilie verantwortlich zeichnet. Das Areal setzt sich aus dem Hauptgebäude mit Büroräumen, einem angrenzenden Theatergebäude mit Saal sowie einem separat stehenden, ehemaligen Hausmeisterhaus zusammen. Aktuell dient der Komplex als Hauptsitz für die Aktionsgemeinschaft Soziale Arbeit, die schwerpunktmäßig in der Jugendhilfe und Gewaltprävention tätig ist sowie erlebnispädagogische Programme anbietet. Der Verein verwaltet und bewirtschaftet das Objekt eigenständig. Darüber hinaus nutzen der Sportkreis Offenbach sowie die Dezentrale Schule für Erziehungshilfe und Kranke weitere Räumlichkeiten in dem Dietzenbacher Gebäudekomplex.
















