In Dietzenbach hat die alljährliche Laubabfuhr auf den kommunalen Grünflächen aufgrund der Witterung in diesem Jahr ungewöhnlich früh begonnen. Bis Ende Dezember sind 14 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Städtischen Betriebe in fünf Teams im Dauereinsatz, um insgesamt 300.000 Quadratmeter Fläche winterfest zu machen. Die anstehenden Arbeiten umfassen die Hälfte der gesamten städtischen Grünanlagen und erfordern einen hohen logistischen Aufwand.
Handarbeit und Maschineneinsatz im Wettlauf gegen den Frost
Die Räumtrupps rücken den Blättermassen zunächst mit Laubbläsern zu Leibe, bevor das Material klassisch mit Besen und Schaufeln auf die Einsatzfahrzeuge verladen wird. In stark bewaldeten Zonen greift die Abteilung zusätzlich auf maschinelle Hilfe zurück. Das gesammelte Laub wird vorübergehend in Containern auf dem städtischen Bauhof gelagert und abschließend zu einer Kompostieranlage gefahren. Der Zeitdruck für die Belegschaft ist hoch, da die Hauptarbeiten zwingend vor dem ersten Frost abgeschlossen sein sollen. Gefrierendes Laub erschwert nicht nur die Beseitigung erheblich, sondern verwandelt die Flächen auch in gefährliche Rutschbahnen. Um die Sicherheit im gesamten Stadtgebiet zu gewährleisten, koordiniert die Grünflächenabteilung ihre Einsätze eng mit der Straßenreinigung, die parallel die zuständigen Hauptstraßen, Plätze und Überwege säubert.
Extreme Sommerhitze beschleunigt den Laubabwurf der Bäume
Der verfrühte Start der Aufräumarbeiten ist eine direkte Folge der Witterung der vergangenen Monate. Stefan Rogge, der zuständige Bereichsleiter für die Grünflächen in Dietzenbach, erläutert die botanischen Hintergründe: „Aufgrund des starken Sommers, der anhaltenden Hitzeperioden und der Trockenheit werfen viele Bäume ihre Blätter früher ab als gewohnt“. Der Experte ordnet dieses Verhalten als Überlebensstrategie der Pflanzen ein: „Das ist ein natürlicher Schutzmechanismus der Bäume, um die Verdunstung zu reduzieren und sich selbst vor dem Austrocknen zu schützen.“
Auf der verbleibenden Hälfte der Dietzenbacher Grünflächen, darunter der Geschichtspfad und der Hessentagspark, belässt die Stadt das herabgefallene Laub bewusst in der Natur, sofern keine Sicherheitsrisiken bestehen. Diese weitläufigen Bereiche dienen der lokalen Tierwelt als ökologisches Winterquartier. „Laubhaufen bieten vielen Tieren einen überlebenswichtigen Schutzraum. So brauchen etwa Igel diese Rückzugsorte dringend für ihren Winterschlaf“, macht Rogge deutlich.
Städtische Betriebe mahnen Grundstücksbesitzer zur Gehwegreinigung
Neben den städtischen Arbeitstrupps nimmt die Verwaltung auch die Bevölkerung in die Pflicht. Die Räumung der Gehwege obliegt ausnahmslos den jeweiligen Anliegern, unabhängig davon, ob das Laub von privaten oder kommunalen Bäumen auf das Grundstück geweht wurde. Die zuständige Behörde warnt ausdrücklich davor, die zusammengekehrten Blätter auf die Fahrbahn oder in die Rinnsteine zu fegen, da dies die Gullys verstopft und bei starkem Regen zu Überschwemmungen führen kann. Anwohner müssen das Material ordnungsgemäß über die eigene Biotonne, den Kompost oder durch eine Abgabe auf dem Wertstoffhof entsorgen. Zum Zusammenspiel von Kommune und Bürgerschaft erklärt Bereichsleiter Rogge abschließend: „Wenn Stadt und Bürgerschaft an einem Strang ziehen, schaffen wir es gemeinsam, dass Dietzenbach laubfrei, sicher und schön durch den Herbst kommt“.
















