Die Kreisstadt Dietzenbach zieht eine Zwischenbilanz zur „Smart City“-Beleuchtung und berichtet zugleich über ein internes Zusatzprojekt der städtischen Betriebe. Demnach wurden im Rahmen des Vorhabens 440 alte Straßenleuchten auf LED-Technik umgerüstet, außerdem erfassen mehr als 80 Sensoren Verkehrs-, Umwelt- und Abfalldaten und steuern die Beleuchtung bedarfsgerecht.
Parallel zur LED-Umrüstung entstand nach Angaben der Kreisstadt ein weiteres Projekt in der Elektroabteilung der Städtischen Betriebe. Dabei ging es um 42 demontierte LED-Leuchten, die nicht entsorgt, sondern weiterverwendet werden sollten.
42 Rückläufer bekommen neuen Einsatzort
Die Leuchten wurden in der Werkstatt eingelagert, geprüft, gereinigt und technisch bewertet. Karsten Seibert, Leiter der Elektroabteilung, sagt: „Uns war wichtig, vorhandene und funktionstaugliche Ressourcen nicht ungenutzt zu lassen.“ Und weiter: „Wenn Technik noch leistungsfähig ist, sollte man prüfen, wo sie sinnvoll weiter eingesetzt werden kann.“
Als neuer Einsatzort wurde das Industriegebiet Süd ausgewählt. Seibert begründet das so: „Durch die bekannte Optik und Symmetrie der Leuchten konnten wir dort eine technisch und gestalterisch passende Lösung umsetzen.“
Leistung sinkt deutlich, Verbrauchszahlen liegen vor
Im Industriegebiet Süd wurden 42 Leuchten neu geplant und auf LED-Technik umgestellt. Während die bisherige NAV-Technik laut Mitteilung eine Gesamtleistung von rund 5,25 Kilowatt erforderte, liegt die neue Anlage bei etwa 1,47 Kilowatt.
Ein Jahr nach der Umrüstung liegen laut Stadt Vergleichszahlen vor. Im Jahr 2024 hätten die Stromkosten für die frühere Technik bei 4.678,16 Euro gelegen, im Jahr 2025 bei 1.871,27 Euro. Das entspricht einer Reduzierung um 2.806,89 Euro beziehungsweise rund 60 Prozent. Dabei werden auch Verbrauchswerte genannt: durchschnittlich 24,38 kWh pro Nacht im Jahr 2024 und 14,57 kWh pro Nacht im Jahr 2025.
Seibert sagt dazu: „Die tatsächlichen Werte sprechen für sich.“ Er ergänzt: „Natürlich schwankt der Verbrauch je nach Witterung und Anzahl der Dunkelstunden leicht, aber das Ergebnis zeigt klar, dass sich die Umrüstung nachhaltig lohnt.“
Auch beim Smart-City-Modellprojekt Ersparnis gemeldet
Die Mitteilung nennt zudem Werte aus dem Modellprojekt mit den 440 umgerüsteten Leuchten: Innerhalb der ersten sieben Monate nach Inbetriebnahme sei eine Stromeinsparung von über 190.000 kWh erreicht worden, was etwa 57.000 Euro Ersparnis bedeute.
Betriebsleiter Guido Schick verweist auf die Initiative aus der eigenen Abteilung und sagt: „Wenn Fachwissen, Motivation und Handlungsspielraum zusammenkommen, entstehen nachhaltige Lösungen.“ Bürgermeister Dr. Dieter Lang erklärt: „Wir sind die einzige Demonstrationskommune in Hessen, die so ein System hat,“ und ergänzt: „Das Projekt zeigt, wie man mit Digitalisierung und modernster Technik Geld und Energie sparen kann. Denn die beste Energie ist immer diejenige, die man gar nicht verbraucht.“
















