Die Kreisstadt Dietzenbach verzeichnet nach dem ersten Jahr ihres Modellprojekts zur intelligenten Straßenbeleuchtung eine drastische Reduzierung des kommunalen Energieverbrauchs. Wie aus der aktuellen Auswertung für den Zeitraum von Januar 2025 bis Januar 2026 hervorgeht, sank der Strombedarf der umgerüsteten Anlagen um 84 Prozent. Ende des Jahres 2024 hatte die Verwaltung 440 herkömmliche Leuchten im Stadtgebiet durch LED-Technik ersetzen und an ein digitales Managementsystem anschließen lassen. Der jährliche Verbrauch fiel dadurch von ursprünglich 381.884 Kilowattstunden auf 63.751 Kilowattstunden. Dies führt zu einer Entlastung der städtischen Finanzen in Höhe von rund 96.000 Euro pro Jahr. Gleichzeitig sinkt laut Berechnungen der Projektbeteiligten der jährliche Kohlendioxidausstoß der Kommune um 121 Tonnen.
Sensoren regulieren die Helligkeit nach dem tatsächlichen Bedarf im Straßenverkehr
Neben dem reinen Austausch der Leuchtmittel setzt das Konzept in bestimmten Zonen auf eine dynamische Anpassung der Helligkeit. Entlang der Waldstraße sowie am Radweg an der Vélizystraße und der Bundesstraße 459 registrieren spezielle Sensoren die Bewegungen von Fußgängern, Fahrradfahrern und Autos. Wenn sich niemand in diesen Bereichen aufhält, leuchten die Laternen lediglich mit einer geringen Grundhelligkeit und schalten erst bei erkannter Bewegung auf die volle Leistung hoch. Diese Technik erbrachte in den betroffenen Abschnitten eine zusätzliche Stromersparnis von 2.090 Kilowattstunden. Ein abweichendes System kommt in einem weiteren Bereich der Vélizystraße zum Einsatz. Dort wird das Verkehrsaufkommen kontinuierlich gemessen. Sobald die Anzahl der Fahrzeuge einen festgelegten Schwellenwert unterschreitet, dimmt das System die Beleuchtung automatisch auf 80 Prozent herunter, was der Stadt eine weitere Einsparung von 609 Kilowattstunden im abgelaufenen Jahr einbrachte.
Bund fördert den Ausbau des regionalen Modellprojekts mit erheblichen Steuermitteln
Aufgrund der vorgelegten Zahlen plant die Stadtverwaltung nun die Ausweitung des Projekts. Bis zum Jahr 2027 sollen 3.200 weitere Straßenlaternen im Stadtgebiet durch die intelligent steuerbare Technik ausgetauscht werden. Das Bundesumweltministerium unterstützt dieses Vorhaben über die sogenannte Kommunalrichtlinie bereits mit bewilligten Fördergeldern in Höhe von rund 900.000 Euro. Dietzenbach ist nach behördlichen Angaben derzeit die einzige Kommune in Hessen, die eine derartige Technik bereits im regulären Echtbetrieb nutzt. Hessens Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori betitelte die Kreisstadt Anfang Juni auf einem Fachforum daher als Energievorreiterstadt.
Auch der Dietzenbacher Bürgermeister Dr. Dieter Lang sieht in der Umrüstung einen klaren Vorteil für den Haushalt, da die finanziellen Mittel an anderer Stelle benötigt werden. Er betonte: „Dank intelligenter Technik wird richtig Geld gespart, und damit gewinnen wir mehr finanziellen Spielraum für unsere eigentlichen kommunalen Aufgaben“. Der Geschäftsführer der LandesEnergieAgentur Hessen, Dr. Karsten McGovern, bewertet das Vorgehen der Kommune ebenfalls positiv. Er erklärte zu dem Vorhaben: „Die intelligente Modernisierung der Straßenbeleuchtung in Dietzenbach ist ein überzeugendes Beispiel dafür, wie kommunale Innovation aussehen sollte“.
















