Bei einem ausgedehnten Brand in Dietzenbach sind am Dienstagabend ein landwirtschaftlicher Unterstand sowie mehrere Überseecontainer vollständig in Flammen gestanden. Das Feuer an der Paul-Brass-Straße löste einen städteübergreifenden Großeinsatz aus, der die Hilfskräfte bis in die frühen Morgenstunden des Mittwochs in Atem hielt.
Starke Rauchentwicklung führt zu falschen Notrufen im Umland
Die erste Alarmierung ging gegen 19.09 Uhr bei der zentralen Leitstelle ein. Aufgrund einer massiven Rauchsäule, die weit über die Stadtgrenzen hinaus zu erkennen war, meldeten sich zahlreiche besorgte Bürgerinnen und Bürger aus den umliegenden Kommunen. In Messel und Dreieich rückten die dortigen Feuerwehren aus, um ihr jeweiliges Gebiet zu kontrollieren, konnten jedoch schnell Entwarnung geben. In Dietzenbach selbst sorgte der dichte Qualm kurzzeitig für weitere Aufregung. Nach Angaben der Feuerwehr unterlagen Anwohner einer optischen Täuschung, was um 19.16 Uhr zu der irrtümlichen Meldung führte, ein benachbartes Hochhaus stehe in Brand. Die ersten eintreffenden Einsatzkräfte vor Ort schlossen dies zügig aus und konzentrierten sich auf den tatsächlichen Brandherd.
Überwuchertes Gelände erschwert die Arbeit der Helfer
Auf dem betroffenen Areal in der Nähe des Steinkautenwegs brannten neben dem Unterstand auch mit Baumaterialien und Müll gefüllte Container von innen heraus. Die Löscharbeiten gestalteten sich äußerst komplex. Da das Gelände von Brombeersträuchern und dichtem Gebüsch stark überwuchert war, gelangten die Einsatzkräfte nur mühsam an die brennenden Objekte. Oberste Priorität hatte zunächst die Abriegelung des Feuers, um ein Übergreifen der Flammen auf die direkt angrenzende Natur zu verhindern. Im weiteren Verlauf des Einsatzes nutzte die Feuerwehr eine Drohne mit Wärmebildkamera, um das Areal aus der Luft nach versteckten Brandnestern abzusuchen. Das Technische Hilfswerk unterstützte die Maßnahmen mit einem Lastkraftwagen. Dessen Greifarm zog den angesammelten Unrat auseinander, wodurch die Feuerwehrleute das Material effektiver ablöschen konnten. Zudem mussten unter schwerem Atemschutz brennende Gegenstände aus den Containern geräumt und deren innere Verkleidungen entfernt werden.
Unterstützung durch benachbarte Städte und morgendliche Nachlöscharbeiten
Wegen der enormen körperlichen Belastung der Atemschutztrupps forderten die Verantwortlichen zusätzliche Einheiten aus Offenthal, Rödermark und Rodgau an. Diese unterstützten nicht nur direkt am Brandort, sondern stellten zeitgleich den allgemeinen Brandschutz für das Dietzenbacher Stadtgebiet sicher. Der Ortsverband des Deutschen Roten Kreuzes übernahm die medizinische Absicherung und versorgte die Helferschaft mit Getränken und Speisen. In der Spitze waren knapp 100 Personen und rund 25 Fahrzeuge von Feuerwehr, Rettungsdienst, Technischem Hilfswerk und Polizei in das Geschehen involviert. Gegen 0.40 Uhr in der Nacht kehrte das letzte Fahrzeug auf die Wache zurück. Allerdings flammten am frühen Mittwochmorgen durch zuvor unentdeckte Glutnester erneut Teile des Brandguts auf. Um 5.42 Uhr musste die Feuerwehr aus diesem Grund nochmals anrücken, um die Einsatzstelle für rund 60 Minuten abschließend zu wässern.
















