Um sich an die veränderten klimatischen Bedingungen anzupassen, treibt die Stadt Dietzenbach die Begrünung des urbanen Raums voran. Ab August 2026 lässt die Verwaltung an fünf Orten im Stadtgebiet bisher versiegelte Böden aufbrechen, um neue Pflanzflächen zu schaffen und das Regenwasser künftig besser im Erdreich zu halten. Für diese ökologischen Baumaßnahmen erhält die Kommune Fördergelder des Bundes in Höhe von rund 800.000 Euro.
Umgestaltung am Steinberg-Kreisel bildet den Auftakt
Die ersten Bagger rollen am Verkehrskreisel an der Kreuzung von Offenbacher Straße und Theodor-Heuss-Ring an. Auf einer Fläche von 470 Quadratmetern entfernen Arbeiter dort die bisherige Betonmischung, um Platz für 17 neue Bäume sowie verschiedene Sträucher zu schaffen. Das Areal rund um die Ratten-Skulptur Ludwig soll künftig zudem mit Stauden bepflanzt werden. Da sich dieser Straßenabschnitt durch die dichte Bebauung und das hohe Verkehrsaufkommen bislang stark aufheizt, erhofft sich die Stadt durch die hinzugewonnene Vegetation eine spürbare Kühlung der Umgebung. Bürgermeister Dr. Dieter Lang ordnet das Projekt ein: „Entsiegelte Flächen sind ein wichtiger Baustein für den natürlichen Klimaschutz in Städten. Jeder Quadratmeter, auf dem Regenwasser versickern kann und Pflanzen wachsen, trägt in unserer Stadt dazu bei, Hitze zu reduzieren, zudem die Artenvielfalt zu stärken und die Aufenthaltsqualität für die Menschen zu verbessern.“
Mehr Platz für Baumwurzeln im Straßenraum
Weitere Baumaßnahmen konzentrieren sich auf den Theodor-Heuss-Ring, wo insgesamt rund 600 Quadratmeter Pflaster weichen müssen, um den bestehenden Straßenbäumen mehr Raum zur Entfaltung zu geben. Dafür verkleinert die Stadt stellenweise die Gehwege und tauscht das Erdreich mit Hilfe eines Saugbaggers schonend gegen ein spezielles Substrat aus. „Die Bäume haben dort viel zu wenig Wurzelraum, sind teilweise deshalb schon sehr geschädigt oder sterben im schlimmsten Fall ab. Um die Natur und das Grün zu erhalten und das Klima in diesem Gebiet nachhaltig zu verbessern, werden wir auf beiden Straßenseiten für die vergrößerten Pflanzflächen sorgen“, erläutert der Bereichsleiter der städtischen Grünflächen, Stefan Rogge. Ähnliche Eingriffe sind in der Kirchbornstraße an zwölf Bäumen sowie auf einer Verkehrsinsel an der Einmündung zur Tulpenstraße geplant. Dort wird das Regenwasser künftig direkt von der Fahrbahn in die tieferliegenden Pflanzinseln abgeleitet, anstatt ungenutzt in der Kanalisation zu verschwinden.
Insektenfreundliche Anlagen bereichern den lokalen Stadtpark
Im Dietzenbacher Stadtpark fokussieren sich die Arbeiten auf die Förderung der biologischen Vielfalt. Geplant ist die Errichtung eines sogenannten Sandariums sowie das Auslegen von Totholz und Bienenhotels, um gezielt Insekten anzusiedeln. Neue Kräuter- und Wildstaudenbeete ergänzen das Areal. Auch bei diesem Teilprojekt prüfen die Verantwortlichen gemeinsam mit den Stadtwerken, wie sich das Niederschlagswasser der umliegenden Parkplätze direkt in die Grünanlage umleiten lässt. Die Umsetzung sämtlicher landschaftsbaulicher Maßnahmen sowie die anschließende Pflege für die kommenden zwei Jahre übernimmt ein beauftragtes Unternehmen aus Bruchköbel. Nennenswerte Verkehrsbehinderungen erwartet die Stadt während der mehrmonatigen Bauphase nicht; Autofahrer müssen sich laut Verwaltung lediglich auf kurzzeitige Fahrbahneinengungen einstellen.
















