Die Stadt Dreieich treibt den barrierefreien Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs weiter voran. Im Rahmen eines zweiten Maßnahmenpakets plant die Kommunalverwaltung, bis zum Ende des Jahres 2026 insgesamt elf Bushaltestellen im Stadtgebiet umzurüsten. Den Auftakt der aktuellen Bauphase markiert der begonnene Umbau der Station an der Philipp-Köppen-Halle in der Friedhofstraße im Stadtteil Offenthal. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, belaufen sich die Gesamtkosten für diesen Bauabschnitt auf 2,2 Millionen Euro. Davon übernimmt das Land Hessen Fördermittel in Höhe von 1,4 Millionen Euro, während die Kommune den verbleibenden Eigenanteil von 800.000 Euro trägt.
Fokus auf Sprendlingen und Offenthal während der aktuellen Schulferien
Die baulichen Veränderungen erstrecken sich auf drei Dreieicher Stadtteile. In Sprendlingen werden die beidseitigen Haltepunkte Am Hirschsprung sowie drei Stationen im Bereich des Berliner Rings modernisiert. Letztere verteilen sich auf den westlichen Bereich, den südlichen Abschnitt im Ring selbst sowie auf die Kreuzung zur Hegelstraße. Im Stadtteil Götzenhain sind die nördliche und südliche Haltestelle in der Wallstraße für den Umbau vorgesehen. In Offenthal erneuert die Stadt neben der Station an der Philipp-Köppen-Halle auch den Halt am Friedhof in der Alten Rheinstraße sowie die nördliche und südliche Zustiegsmöglichkeit In der Quelle. Um den Busverkehr für Schülerinnen und Schüler nach den Sommerferien nicht zu beeinträchtigen, sollen die Arbeiten an der Station Am Hirschsprung in Sprendlingen sowie der begonnene Umbau an der Philipp-Köppen-Halle in Offenthal noch während der schulfreien Zeit fertiggestellt werden. Mögliche verkehrstechnische Einschränkungen im Umfeld der jeweiligen Baustellen wird die Stadt nach eigenen Angaben zeitnah vor dem Beginn der einzelnen Eingriffe ankündigen.
Gesetzliche Vorgaben erfordern bauliche Anpassungen für eine uneingeschränkte Mobilität
Mit den Baumaßnahmen kommt die Kommune ihren rechtlichen Verpflichtungen nach. Städte und Gemeinden sind gesetzlich dazu angehalten, den öffentlichen Nahverkehr so zu gestalten, dass er von allen Menschen sicher und selbstständig genutzt werden kann. Kernstück des Umbaus ist die Schaffung eines höhengleichen Einstiegs zwischen dem Bordstein und den Bussen. Diese Anpassung erleichtert insbesondere Fahrgästen mit Rollstühlen, Rollatoren oder Kinderwagen den Zugang erheblich. Darüber hinaus werden in die Bodenbeläge der Haltestellen taktile Leitsysteme integriert, die blinden und sehbehinderten Menschen eine sichere Orientierung bieten. Von der ebenerdigen Infrastruktur profitieren prinzipiell auch Personen mit schwerem Gepäck oder mit vorübergehenden körperlichen Einschränkungen.
Finanzielle Situation der Kommune entscheidet über den Zeitpunkt künftiger Bauabschnitte
Nach dem Abschluss des nun gestarteten zweiten Pakets wird Dreieich laut Verwaltung rund die Hälfte der als besonders wichtig eingestuften Haltestellen im Stadtgebiet barrierefrei umgerüstet haben. Wann die Umsetzung der bereits konzeptionell vorgesehenen Maßnahmenpakete drei und vier beginnen kann, ist derzeit noch unklar. Der weitere Zeitplan hängt maßgeblich von der generellen finanziellen Leistungsfähigkeit der Kommune ab. Hintergrund dieser Abhängigkeit ist die Förderrichtlinie: Finanzielle Zuschüsse des Landes Hessen werden nur dann rechtlich zugesagt und ausgezahlt, wenn die Stadt den entsprechenden kommunalen Eigenanteil aus dem eigenen Haushalt beisteuern kann. Gewissheit über den weiteren Fortschritt beim Ausbau der Barrierefreiheit an den städtischen Bushaltestellen wird daher voraussichtlich erst die Aufstellung des Haushaltsplans für das Jahr 2027 bringen.
















