Mit dem ersten Spatenstich hat die umfangreiche Modernisierung und Vergrößerung der Ricarda-Huch-Schule in Dreieich-Sprendlingen nun offiziell begonnen. Erste Vorbereitungen für das Bauprojekt auf dem Gelände des Gymnasiums waren bereits zu Beginn der Sommerferien angelaufen. Die Gesamtkosten für das Vorhaben belaufen sich voraussichtlich auf 23,8 Millionen Euro. Nach Angaben der Verantwortlichen soll die Schulanlage zum Schuljahr 2028/29 vollständig fertiggestellt sein.
Dreigeschossiger Anbau schafft dringend benötigte räumliche Kapazitäten
Im Zentrum der auf rund zwei Jahre angelegten Bauarbeiten steht die Erweiterung des bisherigen Hauptgebäudes durch einen dreigeschossigen Massivbau. Diese Verlängerung bietet künftig Platz für acht neue Klassenräume sowie vier zusätzliche Zimmer für das nachmittägliche Ganztagsangebot. Darüber hinaus werden ein Konferenzraum und ein neuer Arbeitsbereich für die Lehrkräfte im Verwaltungstrakt geschaffen. Parallel zum Neubau finden Umbauarbeiten im Bestand statt. Da die vorhandenen naturwissenschaftlichen Fachräume nicht mehr den geltenden Sicherheitsstandards entsprechen, werden diese grundlegend erneuert. Die Sanierung umfasst auch eine Ertüchtigung des Brandschutzes im gesamten Gebäude. Um den Unterrichtsbetrieb so wenig wie möglich zu stören, sollen sämtliche Eingriffe in enger Absprache mit der Schulleitung erfolgen. Zwei neue Aufzüge werden zudem dafür sorgen, dass das Gymnasium künftig komplett barrierefrei zugänglich ist.
Untergeschoss bietet eigenständige Räumlichkeiten für externe Veranstaltungen
Im Untergeschoss des neuen Gebäudetraktes entstehen zwei Mehrzweckräume, die sich bei Bedarf flexibel miteinander verbinden lassen. Ergänzt wird das Raumangebot auf dieser Ebene durch einen Musikraum, Lagerflächen sowie neue sanitäre Anlagen, die auch eine behindertengerechte Toilette umfassen. Dieser gesamte Bereich ist architektonisch so konzipiert, dass er für Veranstaltungen separat genutzt werden kann, ohne den restlichen Schulbetrieb zu tangieren. In technischer Hinsicht setzt der Neubau auf eine Wärmeversorgung durch das lokale Fernwärmenetz. Eine moderne Belüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, außenliegende Jalousien und eine Vorrichtung zur geregelten Nachtauskühlung sollen den sommerlichen Hitzeschutz sicherstellen. Auf dem Flachdach des Gebäudes wird zudem eine Photovoltaikanlage installiert, um den Eigenbedarf an elektrischer Energie für die Schule zu decken.
Flächenmangel erfordert Kompromiss und Eingriff in den Bürgerpark
Eine wesentliche Schwierigkeit bei der Planung des Bauvorhabens bestand in den beengten Platzverhältnissen am bisherigen Standort. Zum offiziellen Baubeginn, an dem auch der Dreieicher Bürgermeister Martin Burlon und Schulleiter Torsten Lampert teilnahmen, äußerte sich der Kreisbeigeordnete Alexander Böhn zu dieser Problematik. „Die Erweiterung der Ricarda-Huch-Schule hat uns vor große Herausforderungen gestellt“, betonte Böhn. Man habe sich aufgrund der Gegebenheiten mit der Kommune auf eine Ausweitung des Areals verständigen müssen. „Auf dem Schulgrundstück gibt es keine Flächenreserven, sodass wir mit der Stadt Dreieich eine Lösung finden mussten. Vom direkt an die Schule angrenzenden Bürgerpark können wir eine Fläche von etwa 1.200 Quadratmetern für die dringend benötigte Erweiterung des inzwischen sechszügigen Gymnasiums nutzen“, führte der Kreisbeigeordnete aus.
Die Flächen des angrenzenden Bürgerparks, die während der Bauphase teilweise zusätzlich beansprucht werden, sollen nach dem Abschluss der Arbeiten vollständig in ihren ursprünglichen Zustand versetzt werden. Vorgesehen sind dafür umfangreiche Neupflanzungen sowie die Wiederherstellung der Parkwege. Bürgermeister Burlon zeigte sich mit dieser Lösung einverstanden. „Der Bürgerpark ist ein sehr beliebter Ort in unserer Stadt. Wir sind daher froh, dass wir mit der nun beanspruchten Fläche einen guten Kompromiss gefunden haben, der der Schule die benötigte Erweiterung ermöglicht und die restlichen 30.000 Quadratmeter Erholungsfläche nach gewissen Einschränkungen in der Bauzeit für die Bürgerinnen und Bürger jedoch in vollem Umfang erhält. Gleichzeitig bekommen die Dreieicher Schülerinnen und Schüler einen hochwertigen Lernort, wo sie sich wohlfühlen und entfalten können“, erklärte Burlon abschließend.















