Der Ausbau der Gerhart-Hauptmann-Schule in Dreieich-Sprendlingen schreitet voran. Am Dienstag feierten Verantwortliche aus Politik und Schule sowie am Bau Beteiligte das offizielle Richtfest für den neuen Gebäudetrakt. Der Erweiterungsbau soll im dritten Quartal des Jahres 2027 in Betrieb gehen und kostet insgesamt rund 17 Millionen Euro. Die Maßnahme zielt darauf ab, die Grundschule räumlich an die Anforderungen eines zeitgemäßen Ganztagsbetriebs anzupassen und die steigenden Schülerzahlen aufzufangen.
Zusätzliche Räumlichkeiten für Unterricht und ganztägige Betreuung
Das neue Gebäude verfügt über drei Vollgeschosse, die Platz für acht neue Klassenräume sowie vier sogenannte Differenzierungsräume für individuelle Lern- und Förderangebote bieten. Hinzu kommen jeweils ein Musik- und ein Werkraum, eine Bibliothek und räumlich erweiterte Bereiche für die Schulverwaltung. Um den Anforderungen der ganztägigen Betreuung gerecht zu werden, integrieren die Planer zudem einen Speisesaal mit angrenzender Küche sowie großzügige Flächen für die Freizeitgestaltung in den Neubau. Die digitale Infrastruktur in den Klassenräumen wird durch flächendeckendes WLAN und elektronische Tafeln sichergestellt. Ein Aufzug ermöglicht den barrierefreien Zugang zu allen Ebenen des Gebäudes.
Dreieichs Bürgermeister Martin Burlon betonte beim Ortstermin die Bedeutung des Ausbaus für die Stadtgesellschaft: „Im Schulterschluss mit dem Kreis ist es gelungen, innovative und flexible Betreuungsflächen in den Erweiterungsbau zu integrieren, um die Dreieicher Kinder ganztags in einer ansprechenden und zeitgemäßen Umgebung zu betreuen.“ Der Rathauschef fügte hinzu: „Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist ein wichtiger Standortfaktor für die Menschen, die hier leben und die Unternehmen, die hier angesiedelt sind. Dafür setzen wir uns ein und investieren wir.“ Auch Kreisbeigeordneter Alexander Böhn hob den Nutzen des Bauprojekts hervor: „Mit der Erweiterung schaffen wir nicht nur dringend benötigte Räume, sondern setzen auch ein klares Zeichen für hochwertige Bildung und gute Rahmenbedingungen im Grundschulbereich. Gleichzeitig machen wir die Schule fit für den Ganztag – mit einem durchdachten Raumkonzept und nachhaltiger Technik.“
Innenausbau gestartet und ökologische Gebäudetechnik im Fokus
Nachdem Ulrich Wagner von der beauftragten Planungsgesellschaft CNK beim Festakt im Beisein von Schulleiterin Annette Melms den traditionellen Richtspruch gesprochen hatte und Schulkinder das Programm mit Tanz und Gesang begleiteten, besichtigten die Gäste den aktuellen Baufortschritt. Derzeit installieren Handwerker die technische Grundausstattung, setzen Fenster und Außentüren ein und haben mit den Arbeiten am Estrich sowie der Dachabdichtung begonnen. Der in massiver Bauweise errichtete Körper erhält große Fensterflächen und eine Fassade, die sich aus Klinkerriemchen, einer Konstruktion aus Aluminium und Glas sowie einem Wärmedämmverbundsystem zusammensetzt.
Die gesamte Gebäudetechnik wird in einem aufgesetzten Staffelgeschoss untergebracht. Ein besonderes Augenmerk liegt nach Angaben des Kreises auf der Energieversorgung. „Auf dem extensiv begrünten Retentionsdach wird eine Photovoltaikanlage installiert, die Strom für den Betrieb einer Wärmepumpe liefert“, erklärte Böhn vor Ort. Die Beheizung des Neubaus erfolgt demnach über eine Split-Wärmepumpe, die an eine Nahwärmeleitung der bestehenden Anlage gekoppelt ist. Hinzu kommen moderne Lüftungssysteme mit einer integrierten Wärmerückgewinnung. Die Baumaßnahmen, die auch die Anpassung der Außenanlagen umfassen, finden bei laufendem Schulbetrieb statt. Die Finanzierung der Gesamtkosten in Höhe von 17 Millionen Euro teilen sich verschiedene Akteure: Der Kreis Offenbach übernimmt etwa zwölf Millionen Euro, während die Stadt Dreieich 2,4 Millionen Euro für die Betreuungsanteile beisteuert. Die restlichen 2,6 Millionen Euro fließen aus Fördergeldern für den Ausbau von Ganztagsangeboten in das Projekt ein.















