Die Stadtverwaltung in Dreieich verzeichnet eine zunehmende Verwahrlosung und mutwillige Beschädigung auf den kommunalen Sportplätzen. Wegen wiederholter Zerstörungen und massiver Verschmutzungen richten sich die Verantwortlichen nun mit einem öffentlichen Appell an die ansässigen Vereine sowie alle Nutzerinnen und Nutzer. Den konkreten Anlass für den Aufruf bilden Vorfälle vom vergangenen Wochenende. Auf dem Sportgelände an der Maybachstraße rissen Unbekannte die Holzverschalung einer Hütte ab und manipulierten die darin untergebrachte Beregnungsanlage für den Rasen. Auf der Anlage an der Breiten Haagwegschneise stoßen Besucher und städtische Mitarbeiter zudem vermehrt auf menschliche Fäkalien. Die Verwaltung bezeichnet diesen wiederkehrenden Zustand als unappetitlich und als hygienische Zumutung.
Zahlreiche strukturelle Missstände verursachen hohe Kosten für die Allgemeinheit
Neben diesen akuten Vorfällen registrieren die Behörden seit längerer Zeit weitere Probleme im Umgang mit dem kommunalen Eigentum. So befahren Personen die empfindlichen Kunstrasenplätze regelmäßig mit Rollern und Fahrrädern, was die Lebensdauer der Beläge stark verkürzt. Zudem werden die zur Unfallprävention vorgeschriebenen Ketten und Schlösser an den Toren oft nicht genutzt oder entwendet. Die Stadt muss diese Sicherungselemente, die besonders dem Schutz von Kindern dienen, regelmäßig auf Kosten der Steuerzahler ersetzen. Auch in den Sanitäranlagen und Umkleiden stellen die Behörden häufig Beschädigungen und grobe Verunreinigungen fest. Nach Angaben der Verwaltung obliegt die Reinigung dieser Räume und die Übernahme der dafür anfallenden Kosten den Vereinen selbst. Reparaturen an der Bausubstanz muss jedoch die Stadt beauftragen und bezahlen. Das Erscheinungsbild der Sportanlagen wird des Weiteren durch unzulässig entsorgten Sperrmüll sowie unzählige weggeworfene Zigarettenkippen getrübt, obwohl Abfallbehälter bereitstehen.
Kostenfreie Nutzung der Infrastruktur erfordert einen respektvollen Umgang
Der finanzielle Aufwand für die Kommune ist beträchtlich. Jährlich fließen rund 750.000 Euro allein in die Pflege und Unterhaltung der Plätze. In den vergangenen zwölf Monaten investierte Dreieich zudem etwa 2,5 Millionen Euro in die Infrastruktur. Mit diesen Mitteln finanzierte die Stadt unter anderem ein zusätzliches Kunstrasenspielfeld, zwei Belagsanierungen, neue Tore sowie die Umrüstung auf LED-Beleuchtung. Bislang stellt die Kommune den Vereinen diese Infrastruktur mitsamt der Torausstattung und der Platzpflege vollumfänglich kostenlos zur Verfügung.
Bürgermeister Martin Burlon äußert sich besorgt über den Umgang mit den Anlagen: „Die kostenfreie Bereitstellung der Sportanlagen ist eine Form der Unterstützung und der Anerkennung der hervorragenden Arbeit unserer Vereine. Genau deshalb appellieren wir eindringlich, pfleglich mit den Sportanlagen umzugehen. Gerade in den zunehmend finanziell schwierigeren Zeiten ist dieses geordnete Miteinander wichtiger denn je. Jeder Euro, der unnötigerweise für ausgetauschte Schlösser, zerstörte Türen oder zu reparierende Spielfelder aufgewendet werden muss, fehlt im Zweifel an anderer Stelle, um in nachhaltige Projekte investieren, die wiederum den Menschen dieser Stadt zugute kommen sollen.“
Da bisherige bilaterale Gespräche nicht zu einer Besserung führten, fordert die Stadt die Vereine nun auf, ihre Mitglieder entsprechend zu sensibilisieren und auf die Nutzungsbedingungen hinzuweisen. Die Verwaltung kündigte an, weitergehende Maßnahmen prüfen zu müssen, falls die Zerstörungen und Verschmutzungen anhalten.
















