In Heusenstamm erprobt Hessen Mobil ein neues Verfahren zur Fahrradbeschleunigung. Über die App trafficpilot können sich Radfahrende automatisch an Lichtsignalanlagen anmelden. „Unser Ziel ist, Wartezeiten spürbar zu senken und Radfahren komfortabler zu machen. Die virtuelle Anmeldung übernimmt, was sonst der Taster am Mast macht – nur früher und automatisch“, erklärte Projektleiter Lukas Laszlo vom Fachdezernat Straßenausstattung, Verkehrstechnik und Verkehrssicherheit.
Pilotprojekt an drei Kreuzungen
Das Testfeld im Landkreis Offenbach umfasst aktuell drei Knotenpunkte: Heusenstammer Straße/Im Birkengrund (Radweg aus Westen), Ringstraße/Hohebergstraße (aus Nordosten) sowie ab Januar 2026 die Kreuzung Isenburger Straße/Berliner Straße aus allen Richtungen. Neu ist die sogenannte Prioritätsanfrage: Wenn es die Verkehrslage erlaubt, kann die Ampel für Radfahrende früher oder länger Grün geben.
Weniger Stopps, kürzere Rotphasen
Nach Angaben von Hessen Mobil sollen Ampelprognosen in der App für weniger Stopps, kürzere Rotphasen und ein entspannteres Fahren sorgen. Gleichzeitig werde die Akzeptanz von Wartezeiten erhöht und die Zahl der Rotlichtverstöße reduziert. Auch von einem Vorzeigecharakter für Hessen als Flächenland ist die Rede.
Ausweitung auf weitere Bereiche
Das System könnte langfristig auch für andere Verkehrsteilnehmer interessant werden. Perspektivisch seien Anwendungen zur Beschleunigung des öffentlichen Nahverkehrs oder priorisierte Anfahrten für Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste denkbar. Bei einem Pressetermin in Heusenstamm war das Interesse groß, die Möglichkeiten der Technik wurden positiv hervorgehoben.
Ob sich die „Grüne Welle per App“ tatsächlich durchsetzen wird, dürfte sich allerdings erst im Alltag zeigen – wenn sichergestellt ist, dass eine bevorzugte Behandlung einzelner Verkehrsteilnehmer nicht zu Lasten des übrigen Verkehrsflusses geht.
















