Rund um Altkleidercontainer im Heusenstammer Stadtgebiet kommt es nach Angaben der Stadt zunehmend zu Vermüllungen. Verwaltung, gemeinnützige Organisationen und gewerbliche Sammler haben deshalb bei einem gemeinsamen Treffen konkrete Schritte vereinbart, um die Situation an den Standorten kurzfristig zu verbessern und langfristig stabilere Strukturen zu schaffen.
Bürgermeister Steffen Ball sagte: „Die Vermüllung einzelner Containerstandorte ist für Bürgerinnen und Bürger ebenso ärgerlich wie für die Stadt. Uns ist wichtig klarzustellen: Wir lassen das Problem nicht liegen, sondern packen es gemeinsam mit allen Beteiligten aktiv an. Ziel ist eine saubere, verlässliche und sozial verantwortliche Lösung.“
Stadt will Zuständigkeiten klarer regeln
An dem Austausch nahmen unter anderem der neue Dienstleister teil, der seit dem 1. März für viele Sammelcontainer die Entleerung übernimmt, außerdem mehrere gemeinnützige Organisationen sowie gewerbliche Aufsteller.
Künftig sollen alle Containerstandorte systematisch erfasst werden. Zudem will die Stadt feste Ansprechpersonen je Aufsteller verpflichtend machen, um Missstände schneller melden und abstellen zu können. Außerdem wird eine stärkere Bündelung von Standorten geprüft, etwa auch am Wertstoffhof.
Erster Stadtrat und Ordnungsdezernent Paul Sassen erklärte: „Sauberkeit im öffentlichen Raum hat für uns hohe Priorität, unabhängig davon, ob die Container auf öffentlichem oder privatem Gelände stehen. Klare Zuständigkeiten und schnelle Reaktionswege sind entscheidend. Gleichzeitig wissen wir, dass viele Anbieter gemeinnützige Arbeit finanzieren – deshalb suchen wir bewusst gemeinsam nach Lösungen statt nach Schuldigen.“
Europaweite Krise bei Alttextilien als Hintergrund
Für überfüllte Container und verzögerte Abholungen nennt die Stadt strukturelle Gründe und verweist auf eine Krise der europäischen Alttextilbranche. Als Faktoren werden ein Einbruch internationaler Absatzmärkte, ein wachsendes Aufkommen durch Fast Fashion, fehlende Sortier- und Recyclingkapazitäten sowie sinkende Marktpreise bei gleichzeitig steigenden Kosten genannt. Hinzu komme ein hoher Anteil an Fremdmüll, der zusätzliche Arbeit verursache und Abtransporte verzögere.
Soziale Projekte sollen weiter profitieren
Viele beteiligte Organisationen finanzieren mit Altkleidersammlungen soziale Projekte. Ball sagte dazu: „Altkleidercontainer sind nicht nur Entsorgungsorte, sondern unterstützen wichtige soziale Angebote. Unser Ziel ist es, diese Strukturen zu erhalten.“
Kurzfristig sollen Reinigung, Betreuung und Logistik einzelner Standorte neu organisiert werden. Parallel prüft die Stadt eine stärker kontrollierte Sammlung an zentralen Punkten, um illegale Ablagerungen zu reduzieren und die Abholung zu erleichtern. Sassen sagte: „Wir setzen auf Kooperation statt Konfrontation. Gemeinsam mit gemeinnützigen und gewerblichen Partnern wollen wir ein System schaffen, das sauber funktioniert und auch unter den schwierigen Marktbedingungen Bestand hat.“
















