Die Städte Heusenstamm, Mühlheim am Main und Obertshausen bereiten eine interkommunale Zusammenarbeit im Bereich „Sicherheit bei Veranstaltungen“ vor. Die Vereinbarung steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der jeweiligen Stadtverordnetenversammlungen. Ziel ist es, einheitliche Standards zu entwickeln, Ressourcen gemeinsam zu nutzen und Kosten durch abgestimmte Maßnahmen zu senken.
Reaktion auf sicherheitsrelevante Ereignisse der vergangenen Jahre
Hintergrund der Initiative sind sicherheitsrelevante Vorfälle, die bundesweit bei Großveranstaltungen vermehrt eine Rolle gespielt haben – etwa Amokfahrten, Bedrohungslagen oder Evakuierungen aufgrund technischer oder witterungsbedingter Risiken. Die drei Kommunen wollen ihre Strukturen daher überprüfen und langfristig robuster aufstellen.
Gemeinsame Konzepte und technische Ausstattung
Ein zentraler Punkt der geplanten Vereinbarung ist die Erarbeitung gemeinsamer Sicherheitskonzepte. Dazu zählen vereinheitlichte Verfahren zur Risikoanalyse, abgestimmte Leitlinien für Flucht- und Rettungswege sowie klare Kommunikations- und Entscheidungsabläufe zwischen Ordnungsbehörden, Polizei, Feuerwehr, Rettungsdiensten und Veranstaltenden. Ergänzend sollen eine gemeinsame Datenbasis und einheitliche Checklisten für regelmäßig stattfindende Veranstaltungen entstehen.
Auch bei der technischen Ausstattung wollen die Städte zusammenarbeiten. Geplant ist die gemeinsame Anschaffung und Nutzung mobiler Fahrzeugsperren, die zum Schutz vor möglichen Angriffsszenarien dienen. Lagerung, Transport und Wartung sollen ebenfalls abgestimmt werden. Gleichzeitig prüfen die Kommunen Förderprogramme des Landes und des Bundes, um die Anschaffungskosten zu reduzieren.
Kooperation bei Personal und Schulungen
Für Beschäftigte der Ordnungsämter, Bauhöfe und der freiwilligen Feuerwehren sollen gemeinsame Fortbildungen entwickelt werden. Zudem ist vorgesehen, personelle Unterstützung bei Großveranstaltungen wechselseitig zu organisieren.
Darüber hinaus wollen die Städte ihre Kommunikation abstimmen. Dazu zählen Informationsmaterialien für Veranstaltende sowie gemeinsame Strategien zur Sensibilisierung der Bevölkerung.
Politische Unterstützung in allen drei Städten
Die Verantwortlichen der beteiligten Kommunen betonen die Vorteile der geplanten Zusammenarbeit. Heusenstamms Erster Stadtrat Uwe Michael Hajdu erklärte: „Mit der interkommunalen Zusammenarbeit ‚Sicherheit bei Veranstaltungen‘ leisten unsere drei Kommunen einen wichtigen Beitrag zur Sicherheitsvorsorge, Effizienzsteigerung und Bürgernähe.“
Mühlheims Bürgermeister Alexander Krey sieht in der Kooperation die Möglichkeit, Abläufe zu vereinheitlichen und schneller reagieren zu können: „Wir wollen, dass auch weiterhin Veranstaltungen in unseren Städten stattfinden können und nicht an Sicherheitsanforderungen scheitern.“
Obertshausens Bürgermeister Manuel Friedrich verwies auf die Bedeutung der regionalen Zusammenarbeit: „Mit dieser Kooperation wollen die drei Städte ein starkes Zeichen für mehr Sicherheit, Prävention und Zusammenarbeit bei öffentlichen Veranstaltungen in der Region setzen.“ In Obertshausen liegt bereits eine einstimmige Beschlussempfehlung des Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsausschusses vor; die Stadtverordneten sollen am 4. Dezember entscheiden.
Synergieeffekte sollen Haushalte entlasten
Konkrete Kosten lassen sich laut den Kommunen derzeit noch nicht beziffern. Ziel sei es jedoch, durch gemeinsame Strukturen und externe Fördermittel die Haushalte langfristig zu entlasten und gleichzeitig die Sicherheitsvorgaben für Veranstaltungen in der Region zu stärken.
















