Die Kreisverwaltung in Dietzenbach fordert Gartenbesitzer dazu auf, ihre automatischen Rasenmäher ausschließlich bei Tageslicht in Betrieb zu nehmen. Hintergrund des Appells ist der Schutz von Igeln und anderen Wildtieren, die in der Dämmerung und Dunkelheit auf Nahrungssuche gehen und durch die rotierenden Klingen schwer verletzt werden können. Die Empfehlung der Verwaltung folgt auf vorangegangene politische Diskussionen über verpflichtende Einschränkungen für die Geräte.
Verletzungsgefahr durch das natürliche Abwehrverhalten der Igel
Technische Gartenhelfer erleichtern zwar die Grundstückspflege, bergen in den Abend- und Nachtstunden jedoch erhebliche Risiken für die heimische Fauna. Wie die Verwaltung mitteilt, sind insbesondere Igel stark gefährdet, da diese nachtaktiv sind und über einen angeborenen Schutzreflex verfügen, der ihnen bei den Mährobotern zum Verhängnis wird. Nähert sich eine vermeintliche Gefahr, ergreifen Igel nicht die Flucht, sondern rollen sich auf dem Boden zusammen. Die tief liegenden Schneidewerkzeuge der automatischen Mäher können die Tiere in dieser Position überrollen und ihnen schwere Wunden zufügen. Um dies zu verhindern, rät der Kreis nachdrücklich dazu, die programmierten Mähzeiten auf die hellen Stunden des Tages zu beschränken.
Freiwilliger Appell folgt auf Forderungen nach einem strikten Betriebsverbot
Mit diesem Aufruf greift die Verwaltung eine Debatte auf, die in den vergangenen Monaten bereits auf kreispolitischer Ebene geführt wurde. Mitte Juni war ein Antrag, der den Igelschutz im Kreisgebiet stärken sollte, im Kreistag auf Widerstand gestoßen. Daraufhin äußerten Umweltschützer Anfang Juli scharfe Kritik an den Kreistagspolitikern und forderten die Einführung eines strikten und verpflichtenden nächtlichen Betriebsverbots für Mähroboter.
Anstelle eines solchen Verbots setzt die Kreisverwaltung nun auf Aufklärung und die Einsicht der Bevölkerung. Im Rahmen einer neuen Initiative äußern sich Landrat Oliver Quilling und Kreisbeigeordneter Alexander Böhn zu dem Thema: „Mit der Kampagne ‚Gemeinsam für einen igelfreundlichen Garten‘ werben wir für einen verantwortungsbewussten Umgang mit Mährobotern. Bereits die Anpassung der Zeiten leistet einen wichtigen Beitrag zum Schutz unserer heimischen Tierwelt.“
















