Im Kreis Offenbach mussten Ende August insgesamt 20 Bienenvölker getötet werden, um die weitere Ausbreitung der Amerikanischen Faulbrut einzudämmen. Wie die Behörden mitteilen, erfolgte die Maßnahme an drei Standorten in Langen und Dreieich-Offenthal auf Veranlassung des Veterinäramtes, nachdem vorherige Rettungsversuche gescheitert waren. Die für den Menschen ungefährliche Tierseuche grassiert bereits seit März dieses Jahres in der Region, als sie erstmals bei einem Bienenvolk in Langen festgestellt wurde.
Versuchte Sanierung der Bestände brachte nicht den gewünschten Erfolg
Nach dem ersten Ausbruch im Frühjahr konnten die damals eingeleiteten Schritte eine Weiterverbreitung nicht aufhalten, sodass in den Folgemonaten auch Infektionen in Mainhausen und Dreieich nachgewiesen wurden. Um die betroffenen Bienenvölker zu retten, richtete das Kreis-Veterinäramt zunächst Sperrbezirke ein und wandte das sogenannte Kunstschwarmverfahren an. Bei dieser Sanierungsmaßnahme werden die Insekten von potenziell kontaminierten Waben getrennt und auf unbelastetes Material umgesiedelt, um die Erregerlast zu senken.
Anschließende Kontrollen zeigten jedoch, dass die Infektion in diesen Fällen fortbestand und die Seuchensituation nicht ausreichend unter Kontrolle gebracht werden konnte. Nach der Ausschöpfung aller Alternativen blieb den Verantwortlichen als letzter Schritt der Seuchenbekämpfung nur die Tötung und Beseitigung der 20 Völker, da eine Rettung der Tiere ausgeschlossen war.
Bakterielle Erreger bleiben unter Umständen über Jahrzehnte hinweg ansteckend
Bei der Amerikanischen Faulbrut handelt es sich um eine anzeigepflichtige Erkrankung der Honigbiene, die in erster Linie den Nachwuchs in den Brutwaben befällt. Ausgelöst wird die Seuche durch das Bakterium Paenibacillus larvae. Die Verbreitung erfolgt über Sporen, die nicht nur durch die Insekten selbst, sondern auch über verwendete Imkereigeräte oder den Transport von infizierten Bienenkästen und Waben übertragen werden.
Da diese Sporen äußerst widerstandsfähig sind, können sie teilweise über Jahrzehnte hinweg infektiös bleiben. Ein frühzeitiges und konsequentes Eingreifen ist laut Veterinäramt daher unerlässlich, um nicht nur einzelne Haltungen, sondern die gesamte lokale Bienenpopulation zu schützen.
Aufruf an Imker zur regelmäßigen Überprüfung ihrer eigenen Bienenvölker
Um neue Infektionsherde frühzeitig zu erkennen, bittet das Veterinäramt alle Imkerinnen und Imker im Kreisgebiet um erhöhte Wachsamkeit. Die Halter sind aufgerufen, ihre Bestände regelmäßig auf charakteristische Anzeichen der Erkrankung zu kontrollieren. Zu den typischen Symptomen zählen dunkel verfärbte, eingesunkene oder löchrige Zelldeckel sowie ein lückenhaftes, mosaikartiges Brutbild. Ebenso deuten eine fadenziehende, kaffeebraune Masse im Inneren der Zellen, ein teilweise fauliger Geruch der Larven oder eine allgemeine Schwäche des betroffenen Bienenvolkes auf einen akuten Befall hin. Sollten derartige Auffälligkeiten bei der Pflege der Tiere auftreten, ist das Veterinäramt unverzüglich per E-Mail zu informieren.
















