Der Verkehrsversuch am Tannenmühlkreisel ist erfolgreich beendet worden. Nach einer zweijährigen Testphase ziehen die beteiligten Behörden eine positive Bilanz für den stark frequentierten Knotenpunkt der Bundesstraße 45. Die nach der Sanierung im Sommer 2024 eingeführte Verkehrsführung hat die Sicherheit an dem früheren Unfallschwerpunkt deutlich erhöht und den Verkehrsfluss verbessert. Die beteiligten Projektpartner haben deshalb beschlossen, die geänderte Spurführung nun dauerhaft beizubehalten.
Ehemaliger Unfallschwerpunkt im Kreisverkehr ist entschärft
Die Entscheidung zur Entfristung der Maßnahme basiert auf einer gemeinsamen Schlussevaluation von Hessen Mobil, der Polizei, dem Kreis Offenbach, der Hochschule Darmstadt sowie den angrenzenden Kommunen. Die Ergebnisse bestätigen, dass seit dem Umbau keine schwerwiegenden Verkehrsunfälle mehr in diesem Bereich verzeichnet wurden. Nach Angaben der Polizei fällt der Kreisel mittlerweile nicht mehr durch eine erhöhte Unfallhäufigkeit oder besondere Unfallschwere auf. Auch die Straßenbaubehörde Hessen Mobil registrierte während des Versuchszeitraums nur geringfügige Schäden an der Straßenausstattung, die repariert werden mussten.
Im Kern basiert das neue Verkehrskonzept auf dem Wegfall der zweiten durchgehenden Fahrspur im Kreisverkehr. Stattdessen wurden an den Ein- und Ausfahrten der B45 in Fahrtrichtung Hanau sowie der Landesstraße 3416 spezielle Ein- und Ausfädelzonen eingerichtet. Diese Struktur war bereits kurz nach dem Start im Juli 2024 im Dezember desselben Jahres nochmals angepasst worden, um den Verkehrsfluss zu Stoßzeiten weiter zu optimieren. Der Testlauf war schließlich bis Ende März 2026 verlängert worden, um belastbare Langzeitdaten zu sammeln.
Rückstaus in der Ortsdurchfahrt von Hainburg sind spürbar gesunken
Neben der Sicherheit hat sich auch die Akzeptanz bei den Autofahrern und in der Bevölkerung positiv entwickelt. Nachdem es nach den Anpassungen Ende 2024 zu einer spürbaren Entlastung bei Verkehrsspitzen gekommen war, gingen bei den Behörden zuletzt kaum noch Beschwerden ein. Hessen Mobil verzeichnete in den vergangenen Monaten lediglich eine einzige förmliche Eingabe von Bürgern. Auch im Rathaus der Gemeinde Hainburg machte sich der Umbau bemerkbar: Nach Angaben der Kommune hat die Belastung durch Rückstaus innerhalb der Ortsdurchfahrt signifikant abgenommen.
Gefahr durch plötzliche Spurwechsel an der B448 wird geprüft
Trotz der Erfolge bleiben nach Einschätzung der Experten einzelne Herausforderungen bestehen. So kommt es auf den Zuleitungen durch den Rückstau von der Autobahn 3 weiterhin sehr häufig zu Verkehrsbehinderungen. Die Polizei weist in der Auswertung allerdings darauf hin, dass sich diese Staus durch bauliche Veränderungen direkt am Tannenmühlkreisel nicht verhindern lassen.
Handlungsbedarf sehen die Planer dagegen noch an der Einmündung der Bundesstraße 448 in den Kreisverkehr. Dort kommt es regelmäßig zu sehr späten und plötzlichen Spurwechseln von Autofahrern unmittelbar vor der Einfahrt in den Kreisel, was das Unfallrisiko erhöht. Die zuständigen Stellen prüfen derzeit, mit welchen sinnvollen Optimierungen diese gefährlichen Fahrmanöver künftig unterbunden werden können.
Umwandlung in eine dauerhafte Verkehrsordnung steht bevor
Der Kreis Offenbach wird nun das Regierungspräsidium in Darmstadt offiziell darüber informieren, dass der Probelauf beendet ist und die neue Verkehrsführung in den dauerhaften Bestand überführt werden soll. Die Straßenbaubehörde Hessen Mobil stellt dafür alle erforderlichen Protokolle und Auswertungsdaten bereit. Im nächsten formalen Schritt bereiten die Verwaltungen die endgültige bauliche Umsetzung auf Basis der Straßenverkehrsordnung vor.
















