Die Jugendabteilung der Sport- und Sänger-Gemeinschaft Langen 1889 (SSG) hat 100 Fairtrade-Fußbälle für Training und Spielbetrieb erhalten. Wie die Stadt Langen mitteilt, übergab Bürgermeister Jan Werner die Bälle im Gesamtwert von 2000 Euro. Die Bälle sind in unterschiedlichen Größen vorgesehen, damit vor allem auch jüngere Kinder damit spielen können.
Bürgermeister verweist auf Fairtrade-Stadt
Bei der Übergabe stellte Werner den Zusammenhang zwischen Sport und fairen Bedingungen in der Herstellung heraus. Er sagte: „Sportarten wie Fußball, Volleyball oder Basketball bringen viele Menschen zusammen. Das ist auch bei uns in Langen so. Daher ist die Wahl eines Fairtrade-Balls auch ein Gewinn für die Arbeiter, die ihn herstellen. Seit 2013 darf sich Langen Fairtrade-Stadt nennen und setzt sich daher aktiv für den fairen Handel ein“.
Blick auf Arbeitsbedingungen in der Produktion
In der Mitteilung werden die Arbeitsbedingungen in der Ballproduktion als problematisch beschrieben. Genannt werden sehr niedrige Löhne, lange Arbeitstage mit Zwölf-Stunden-Schichten sowie Sechs- oder Sieben-Tage-Wochen. Außerdem heißt es, dass Näherinnen und Näher häufig pro gefertigtem Ball bezahlt würden, nicht nach Stunden. Ein weiterer Punkt ist der Hinweis, dass Frauen, die einen großen Teil der Beschäftigten ausmachten, Diskriminierung oder Belästigung ausgesetzt sein könnten. Auch der Schulbesuch von Kindern werde durch die niedrigen Einkommen beeinflusst; es komme vor, dass Kinder beim Nähen helfen müssten, statt zur Schule zu gehen. Zudem werden schlechte hygienische Bedingungen und der Einsatz gesundheitsgefährdender Stoffe genannt.
Fairtrade-Standards und Herstellung eines Balls
Fairtrade setze sich dafür ein, dass Preise so festgelegt werden, dass menschenwürdige Arbeitsbedingungen möglich seien. Dazu zählt die Mitteilung unter anderem geregelte Pausen, Arbeitsschutz bei gefährlichen Tätigkeiten, Sozialleistungen wie Krankenversicherung und Rentenprogramme sowie Löhne, die zum Leben reichen.
Beschrieben wird auch, wie aufwendig die Herstellung ist: Ein Fußball bestehe in der Regel aus 20 sechseckigen und 12 fünfeckigen Feldern. Diese würden zugeschnitten und anschließend mit 18 Metern Garn und 650 Stichen zusammengefügt. Zudem wird angegeben, dass etwa 70 Prozent aller handgenähten Sportbälle in Pakistan produziert würden; auch China, Indien, Thailand und Vietnam werden als wichtige Produktionsländer genannt.
















