Eine städtische Delegation aus Langen ist im September der Einladung des Bürgermeisters Antonio Linaje Nino in die spanische Partnerstadt Aranda de Duero gefolgt. Angeführt von Rathauschef Jan Werner nahmen die Vertreter an den traditionellen Feierlichkeiten zu Ehren der örtlichen Schutzpatronin, der Jungfrau von den Weinbergen, teil. Der offizielle Besuch stand im Zeichen des 20-jährigen Bestehens der Städtefreundschaft, wurde jedoch auch von der Todesnachricht eines maßgeblichen Mitbegründers überschattet.
Langener Rathauschef eröffnet traditionelles Patronatsfest
Ein besonderer Höhepunkt der Reise war die aktive Einbindung der hessischen Gäste in die sogenannten Fiestas Patronales. Dem Langener Bürgermeister wurde dabei die seltene Ehre zuteil, das neuntägige Fest vom Balkon des spanischen Rathauses aus offiziell zu eröffnen. Pünktlich um zwölf Uhr mittags zündete Jan Werner den sogenannten Canonazo, eine Startrakete, die den Beginn der Feierlichkeiten markiert. Üblicherweise ist diese symbolische Handlung ausschließlich dem lokalen Amtsinhaber von Aranda de Duero vorbehalten. Die regionale Tageszeitung würdigte diese Geste der Verbundenheit mit einem Bild des deutschen Gastes auf ihrer Titelseite. Auf dem Rathausvorplatz feierten derweil Jugendliche nach lokaler Tradition den Auftakt mit Tänzen, Jubelrufen auf ihre Heimatstadt und gegenseitigen Wasserspritzern.
Gedenken an den verstorbenen Altbürgermeister Àngel Guerra García
Die Feierlichkeiten zum Jubiläum der seit dem Jahr 2006 bestehenden Partnerschaft wurden durch die Nachricht vom Tod des ehemaligen spanischen Bürgermeisters Àngel Guerra García getrübt. Dieser hatte die Amtsgeschäfte in Aranda de Duero von 2003 bis 2007 geführt und am 18. Oktober 2006 die Gründungsurkunde der Städtefreundschaft unterzeichnet, welche heute im Langener Rathaus ausgestellt ist. Jan Werner nutzte den Aufenthalt, um den Verstorbenen öffentlich zu würdigen: „Städtepartnerschaften wie unsere mit Aranda de Duero sind in der heutigen Zeit wichtiger denn je. Sie einen nicht nur unseren Kontinent und ermöglichen uns, andere Menschen und Kulturen kennenzulernen, sondern sie geben uns auch Gelegenheit, mit der Partnerstadt und ihren Bürgern Freundschaften zu schließen. Dass uns mit Aranda de Duero eine langjährige Freundschaft verbindet, haben wir auch Männern wie Àngel Guerra García zu verdanken.“
Politischer Austausch und religiöse Traditionen in Nordspanien
Neben dem Festprogramm bot die Reise Raum für politische Fachgespräche. Die Delegation traf sich mit der ehemaligen Bürgermeisterin und heutigen Senatorin Raquel González Benito, die Langen bereits im Jahr 2016 anlässlich eines Dreistädte-Treffens besucht hatte. Im Mittelpunkt des aktuellen Austauschs standen Themen aus den Bereichen kommunale Finanzen, Wirtschaft und Verkehr. Das neuntägige religiöse Fest umfasste zudem zahlreiche traditionelle Programmpunkte. Dazu zählten eine abendliche Prozession zur Ermitage mit dem Errichten einer Blumenmauer, Auftritte lokaler Musikkapellen sowie Vorführungen einer kastilischen Volkstanzgruppe und ein großes Feuerwerk. Den formellen Höhepunkt der Feierlichkeiten bildeten eine Messe mit dem Bischof von Tarazona sowie ein Festzug, bei dem die Madonna auf einem goldenen Wagen durch die Straßen der Stadt geführt wurde.
Geografische und kulinarische Besonderheiten der Partnerstadt
Aranda de Duero zählt rund 35.000 Einwohner und liegt auf einer Höhe von 800 Metern in der nordspanischen Provinz Burgos. Die Kommune ist geografisch etwa 160 Kilometer von der Hauptstadt Madrid sowie jeweils 80 Kilometer von den Städten Burgos und Valladolid entfernt. Bekannt ist die Stadt im Weinbaugebiet Ribera de Duero insbesondere für ihre regionalen Erzeugnisse. Zu den lokalen Spezialitäten gehören neben dem Rotwein auch das feine Weißbrot Torta Arandina, eine spezielle Blutwurst mit Reis sowie im Ofen gebackenes Milchlamm.















