In Langen müssen sich Eltern ab dem Jahr 2027 voraussichtlich auf höhere Kosten für die Betreuung ihrer Kinder einstellen. Nach zwei Jahren ohne Preisanpassungen hat der Magistrat der Stadt vorgeschlagen, die entsprechenden Gebühren wieder anzuheben. Die endgültige Entscheidung über die genaue Ausgestaltung der künftigen Beiträge trifft die Stadtverordnetenversammlung im kommenden September, wobei den Parlamentariern zwei verschiedene Varianten zur Abstimmung vorliegen.
Zwei Modelle zur Anpassung der Elternbeiträge stehen zur Wahl
Die Stadtverwaltung hat der Politik zwei Alternativen zur Beschlussfassung vorgelegt. Die erste Option sieht eine grundsätzliche Erhöhung der Kostenbeiträge um zehn Prozent vor. Dieser Schritt würde der Kommune im Jahr 2027 zusätzliche Einnahmen von gut 147.000 Euro einbringen, wodurch sich die gesamten städtischen Erträge aus den Elternbeiträgen auf knapp 1,62 Millionen Euro summieren würden. Die zweite Variante beinhaltet eine Anhebung um 15 Prozent. Die durch die zusätzlichen fünf Prozent generierten Mittel in Höhe von rund 70.000 Euro sollen dabei strikt zweckgebunden in den Ausbau der Klimatisierung der Langener Tageseinrichtungen fließen. Der Gesamtelternbeirat hat sich bereits öffentlich für dieses zweite Modell ausgesprochen, um den Hitzeschutz für gegenwärtige und zukünftige Kita-Kinder zu verbessern.
Unabhängig von der prozentualen Erhöhung der allgemeinen Grundgebühren ist zudem eine inflationsbedingte Steigerung der Verpflegungskosten geplant. Für Betreuungsplätze, die ein Mittagessen einschließen, sowie für Ganztags- und Hortplätze sollen die monatlichen Kosten von derzeit 120 auf 140 Euro steigen. Ziel dieser Maßnahme ist die vollständige Deckung der anfallenden Ausgaben für die Stadt. Lediglich der Verpflegungsbeitrag für eine reine Vormittagsbetreuung bleibt mit zehn Euro von den Änderungen unberührt.
Steigende Personalkosten belasten den städtischen Haushalt massiv
Die Notwendigkeit für die geplanten Gebührenanpassungen begründet die Verwaltung mit den kontinuierlich wachsenden Ausgaben im Betreuungssektor. Insbesondere regelmäßige Tariferhöhungen für das pädagogische Personal sowie die allgemeine Inflation treiben die Kosten in die Höhe. Da staatliche Bundeszuschüsse und die bisherigen Elternbeiträge nur einen Bruchteil der tatsächlichen Ausgaben abdecken, ist die finanzielle Belastung für die Stadt Langen mittlerweile auf rund 30 Millionen Euro angewachsen. Dieser Betrag entspricht etwa einem Viertel des gesamten städtischen Haushaltsvolumens.
Bürgermeister Jan Werner verweist in diesem Zusammenhang auf den weitreichenden Ausbau der Betreuungsplätze für Krippen- und Kindergartenkinder, den die Stadt seit dem Jahr 2020 vorangetrieben hat. Mit Blick auf die aktuellen Kapazitäten erklärt der Rathauschef: „Wir können allen Eltern nun die benötigten Plätze anbieten“. Gleichzeitig macht er deutlich: „Wir bieten eine Kinderbetreuung weit über das gesetzlich vorgeschriebene Maß hinaus an“. Deshalb sei es der Ansatz des Magistrats, dass sich diese Leistung auch in der direkten Finanzierung niederschlägt. „Dies sollte sich aus Sicht des Magistrats auch in dem Anteil widerspiegeln, den die Eltern tragen, und nicht generell über eine Grundsteuererhöhung auf alle Bürgerinnen und Bürger übertragen werden“, so Werner wörtlich.
Keine zusätzlichen finanziellen Lasten für einkommensschwache Familien
Trotz der angestrebten Preiserhöhungen sollen sozial benachteiligte Haushalte keine finanziellen Mehrbelastungen tragen müssen. Nach Angaben der Stadt übernimmt der Landkreis Offenbach bereits jetzt für rund 20 Prozent der Eltern in Langen die anfallenden Kita-Gebühren. Für weitere einkommensschwache Familien hat die Kommune zudem vor zwei Jahren eine eigene Sozialermäßigung in Höhe von zehn Prozent eingeführt. Der Erste Stadtrat Stefan Löbig unterstreicht hierzu: „Wir stellen damit sicher, dass sich jede Familie und jeder Alleinerziehende in Langen die Kinderbetreuung leisten kann“.
Bevor die Neufassung der Kostenbeitragssatzung zum 1. Januar 2027 in Kraft treten kann, durchlaufen die Entwürfe nun die städtischen Gremien. Den Auftakt der Beratungen macht der Ausschuss für Soziales, Kultur und Sport am 27. August. Daran schließt sich die Sitzung im Haupt- und Finanzausschuss am 3. September an. Die finale Abstimmung erfolgt schließlich durch die Stadtverordnetenversammlung am 17. September.
















