Wer künftig an der Volkshochschule in Langen lernen möchte, muss sich auf höhere Kosten einstellen. Der Magistrat plant, die Teilnahmeentgelte zum Start des ersten Semesters im Jahr 2027 anzuheben. Hintergrund dieser Maßnahme sind nach Angaben der Stadtverwaltung gestiegene Personal- und Betriebskosten sowie die Inflation. Durch die Anpassung soll die Einrichtung wirtschaftlich tragfähig bleiben, ohne dass der Zugang zu den Bildungsangeboten sozial eingeschränkt wird. Das letzte Wort über die neuen Gebühren hat die Stadtverordnetenversammlung Ende Oktober.
Gestaffelte Preise je nach Gruppengröße
Die vorgeschlagene Preisanpassung sieht unterschiedliche Tarife vor, die sich unter anderem an der Anzahl der Anwesenden in den Kursen orientieren. Für Standardkurse mit mindestens zehn Teilnehmern soll der Preis pro Unterrichtseinheit von bisher 3,70 Euro auf 4,20 Euro steigen. Besuchen acht Personen ein Angebot, klettert der Betrag laut dem Vorschlag des Magistrats von 4,30 Euro auf 5,40 Euro. Bei einer Größe von sieben Personen werden künftig sechs Euro statt der bisherigen 4,60 Euro fällig. Auch für spezielle Formate wie Führungen sowie Kurse in den Bereichen Yoga und EDV ist ein Aufschlag vorgesehen. Hier soll das Entgelt von 4,75 Euro auf fünf Euro angehoben werden. Ausgenommen von der Preissteigerung sind hingegen die Sprachkurse für Deutsch als Fremdsprache, die wie bisher drei Euro pro Unterrichtseinheit kosten werden. Zuletzt wurden die Preise der Bildungseinrichtung im Jahr 2024 nach oben korrigiert.
Feste städtische Zuschüsse für Bildungsangebote
Im Jahr 2025 verzeichnete die Langener Einrichtung in Sparten wie Kultur, Gesellschaft, Gesundheit, Sprachen, Beruf sowie in der Schwimmschule mehr als 2000 Teilnehmende in 315 Kursen, die von fast 70 Lehrkräften geleitet wurden. Um diesen Betrieb für die Zukunft sicherer planen zu können und transparenter zu machen, strebt die Stadtführung ein neues Finanzierungsmodell an. Statt eines prozentualen Ziels zur Kostendeckung soll es künftig einen festen jährlichen Zuschuss der Kommune geben. Für die Volkshochschule ist ein Betrag von 125.000 Euro im Jahr vorgesehen. Ähnliche feste Summen schlägt der Magistrat für die Stadtbücherei mit 475.000 Euro und die Musikschule gGmbH mit 350.000 Euro vor.
Zu den erwarteten finanziellen Auswirkungen der teureren Kurse erklärt der Erste Stadtrat Stefan Löbig: „Die Entgelterhöhung stellt eine Balance zwischen dem Anspruch steigender Kostendeckung und der Sorge vor dem Verlust von Kursteilnehmenden und der damit möglichen Absage von Kursen her. Wir rechnen bei gleicher Auslastung mit Mehreinnahmen in 2027 von rund 16.000 Euro“. Erste politische Beratungen über die Vorschläge finden am Donnerstag, 1. Oktober, ab 20 Uhr im Saal des Rathauses während der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses statt. Endgültig darüber abgestimmt wird in der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag, 22. Oktober, zur selben Zeit am gleichen Ort.
















