Die erst vor wenigen Jahren erbaute Kindertagesstätte „Am Wald“ in Langen soll vollständig abgerissen werden. Darauf drängt der Magistrat der Stadt, nachdem das Gebäude in der Paul-Ehrlich-Straße aufgrund gravierender Wasserschäden bereits seit knapp zwei Jahren nicht mehr für die Betreuung genutzt werden kann. Einem Gutachten zufolge stehen die voraussichtlichen Kosten für eine Sanierung in keinem wirtschaftlichen Verhältnis zu einem möglichen Neubau.
Voraussichtliche Sanierungskosten sind fast so hoch wie ein Neubau
Nach Einschätzung der Kommunalen Betriebe Langen würde eine Wiederinstandsetzung der Einrichtung die städtischen Finanzen unverhältnismäßig stark belasten. Eine vorläufige Kalkulation eines beauftragten Architekturbüros geht von Sanierungskosten in Höhe von rund 5,25 Millionen Euro aus. Dabei warnen die Planer, dass das genaue Ausmaß der Schäden an einigen Bauteilen erst im Verlauf der Instandsetzungsarbeiten vollständig sichtbar werden würde. Dem gegenüber stehen geschätzte Kosten von etwa 6,4 Millionen Euro für die Errichtung eines kompletten Neubaus. Angesichts dieser Zahlen favorisiert der Magistrat den vollständigen Rückbau des Gebäudes inklusive der dazugehörigen Außenanlagen. Für den Abriss kalkuliert die Verwaltung eine Summe zwischen 400.000 und 450.000 Euro ein. In diesem Betrag sind neben dem eigentlichen Abbruch auch die Planungs-, Antrags- und Ausschreibungskosten sowie notwendige Baustoffuntersuchungen und die fachgerechte Entsorgung der Materialien enthalten.
Betreuungseinrichtung ist bereits seit fast zwei Jahren geschlossen
Die betroffene Kindertagesstätte wurde im Mai 2011 eröffnet und verfügte über Kapazitäten für die ganztägige Betreuung von 91 Mädchen und Jungen. Zu dem Kontingent gehörten auch explizit vorgehaltene Plätze für die Kinder von Beschäftigten des Paul-Ehrlich-Instituts sowie der Deutschen Flugsicherung. Bereits im Jahr 2023 registrierte die Stadt einen ersten Wasserschaden, der Teilrenovierungen am Gebäude erforderlich machte. Im Jahr 2024 traten jedoch in weiteren Bereichen des Gebäudes noch gravierendere Feuchtigkeitsschäden auf. Die Stadt sah sich daraufhin gezwungen, den Betrieb am Standort einzustellen und die betroffenen Kinder mitsamt den Erzieherinnen und Erziehern in bestehenden Gruppenverbänden auf andere Einrichtungen zu verteilen.
Kommunalpolitik trifft im Oktober die endgültige Entscheidung
Bevor die Bagger anrollen können, müssen die politischen Gremien der Stadt den Plänen des Magistrats formell zustimmen. Die Beratungen über den Abbruch der Einrichtung beginnen in der kommenden Sitzungsrunde. Zunächst befasst sich der Ausschuss für Umwelt, Bau und Verkehr am 23. September mit der entsprechenden Magistratsvorlage, am darauffolgenden 24. September diskutiert der Ausschuss für Soziales, Kultur und Sport über das Thema. Nach der Behandlung im Haupt- und Finanzausschuss am 1. Oktober liegt die finale Beschlussfassung dann bei der Stadtverordnetenversammlung. Das Gremium stimmt in seiner Sitzung am Donnerstag, den 22. Oktober, abschließend über den Abriss der Einrichtung ab.
















