In der Nacht zu Dienstag rückte die Polizei in Langen zu einem Einsatz aus, der den Beamten vermutlich noch länger im Gedächtnis bleiben wird. Ein über den Notruf gemeldeter familiärer Konflikt entpuppte sich vor Ort als banaler Streit um ein Tablet. Wie die Polizei mitteilt, endete der Vorfall gänzlich ohne strafrechtliche Konsequenzen, dafür jedoch mit einer unmissverständlichen Ermahnung an die Beteiligten.
Angebliche Handgreiflichkeiten alarmieren die Einsatzkräfte
Kurz nach 0.30 Uhr ging bei der Leitstelle ein Anruf ein, der zunächst auf eine ernsthafte Lage hindeutete. Gemeldet wurde eine nächtliche Auseinandersetzung zwischen Geschwistern in einem Langener Wohnhaus, bei der es ersten Angaben zufolge auch zu Handgreiflichkeiten gekommen sein sollte. Aufgrund dieser Schilderung machten sich die Polizisten umgehend auf den Weg zum Einsatzort, um die vermeintlich eskalierte Situation zu schlichten und mögliche Straftaten zu verhindern.
Bruder nimmt Gerät an sich und provoziert den Notruf
Beim Eintreffen der Streife stellte sich die Situation jedoch deutlich unspektakulärer dar als am Telefon geschildert. Von physischer Gewalt fehlte jede Spur. Die Befragung in der Wohnung ergab schnell den tatsächlichen Auslöser der nächtlichen Aufregung: Ein Bruder hatte lediglich ein Tablet an sich genommen. Diese Aktion veranlasste seine ältere Schwester dazu, unvermittelt zum Telefon zu greifen und die Polizei zu rufen, um die Ordnungshüter als Schiedsrichter in dem häuslichen Konflikt einzuschalten.
Deutliche Belehrung über den Zweck von Notrufnummern
Da die Beamten weder eine körperliche Auseinandersetzung noch einen anderen strafrechtlich relevanten Sachverhalt feststellen konnten, waren keine weiteren polizeilichen Ermittlungen erforderlich. Dennoch verließen die Einsatzkräfte das Wohnhaus nicht kommentarlos. Sie nutzten die Gelegenheit für eine eindringliche Belehrung der heranwachsenden Geschwister. Die Polizisten machten dabei unmissverständlich klar, dass der Notruf 110 ausschließlich für echte Gefahrensituationen und akute Notfälle vorgesehen ist. Eine derartige Blockierung lebenswichtiger Ressourcen für einen familiären Streit um ein elektronisches Gerät sei absolut inakzeptabel und müsse künftig ohne staatliche Intervention geklärt werden.
















