Langen darf sich seit Montag, 11. Mai 2026, offiziell Tourismusort nennen. Mit der Anerkennung sind zugleich die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen, künftig einen Tourismusbeitrag zu erheben. Die entsprechende Urkunde wurde stellvertretend von Horst Wenzel, Geschäftsführer des Hessischen Fachausschusses für Kur-, Erholungs- und Tourismusorte beim Regierungspräsidium Kassel, überreicht.
Das Prädikat „Tourismusort“ gibt es in Hessen erst seit 2017. Es geht auf eine Änderung des Kommunalabgabengesetzes aus dem Jahr 2015 zurück. Diese schuf neben dem Kurbeitrag auch den Tourismusbeitrag als neue Abgabeform. Der Magistrat der Stadt Langen hatte am 8. Dezember 2025 beschlossen, die Anerkennung zu beantragen.
Prüfung der gesetzlichen Voraussetzungen
Im Anerkennungsverfahren wurde überprüft, ob Langen die gesetzlichen Anforderungen erfüllt. Dazu zählen unter anderem eine hohe Zahl an Gästeübernachtungen, eine landschaftlich bevorzugte Lage, kulturelle Einrichtungen, internationale Veranstaltungen oder Freizeiteinrichtungen mit überörtlicher Bedeutung sowie Angebote zur Naherholung. Nach Angaben der Stadt erfüllt Langen nahezu alle dieser Kriterien.
Teil des Verfahrens war auch eine Ortsbesichtigung am 25. Februar 2026. Dabei machte sich die zuständige Kommission ein Bild von den örtlichen Gegebenheiten. Mit der erfolgreichen Anerkennung ist Langen nach Frankfurt und Offenbach die dritte Kommune im Rhein-Main-Gebiet mit diesem Status.
Tourismusbeitrag statt Übernachtungssteuer
Mit der neuen Einstufung kann die Stadt künftig einen Tourismusbeitrag einführen. Ursprünglich war eine Übernachtungssteuer vorgesehen. Im Laufe der politischen Beratungen und nach Gesprächen mit Vertretern des Hotel- und Gaststättengewerbes entschied sich die Stadt jedoch für den Tourismusbeitrag.
Als Gründe nennt sie mehrere Vorteile: Die Abgabe wird direkt bei den Gästen erhoben, ist zweckgebunden für touristische Maßnahmen einsetzbar, unterliegt nicht der Umsatzsteuer und wird nach den vorliegenden Erfahrungen von Branche und Gästen eher akzeptiert. Auch andere Städte in der Region wie Frankfurt, Offenbach und Kelsterbach setzen bereits auf dieses Modell.
Stadt will Angebote weiter ausbauen
Mit dem neuen Status verbindet die Stadt die Erwartung, touristische Angebote gezielter weiterentwickeln zu können. Der geplante Tourismusbeitrag soll dazu beitragen, Infrastruktur, Veranstaltungen und Serviceangebote auszubauen und die Attraktivität Langens langfristig zu stärken.
















