Der Magistrat der Stadt Mühlheim am Main hat am 4. August 2025 eine „Verordnung über den Schutz freilebender Katzen“ beschlossen. Ziel ist es, das Leid streunender und verwilderter Hauskatzen zu verringern und zugleich die heimische Artenvielfalt zu schützen. Die neue Regelung tritt am 9. November 2025 für das gesamte Stadtgebiet in Kraft und beinhaltet eine verpflichtende Kastration, Kennzeichnung und Registrierung.
Schutz freilebender Katzen
Freilebende Katzen und Hauskatzen mit regelmäßigem Freigang müssen künftig gekennzeichnet, registriert und unfruchtbar gemacht werden. Ist eine Katze nicht eindeutig einem Halter zuzuordnen, darf sie in Obhut genommen und innerhalb von 24 Stunden einem Tierarzt zur Kastration und Kennzeichnung vorgeführt werden. Nach der Behandlung wird das Tier an seinem ursprünglichen Fundort wieder freigelassen. Die Kosten dieser Maßnahmen tragen Auftraggeberinnen oder Auftraggeber.
Pflichten für Katzenhalterinnen und Katzenhalter
Auch fortpflanzungsfähige Hauskatzen ab einem Alter von fünf Monaten, die Zugang ins Freie haben, fallen unter die neuen Vorschriften. Ihre Halter müssen die Tiere kastrieren, mit einem Mikrochip kennzeichnen und in einem kostenfreien Haustierregister wie Tasso oder FINDEFIX registrieren lassen. Eine zusätzliche Tätowierung ist möglich. Auf Verlangen des Ordnungsamtes sind entsprechende Nachweise vorzulegen.
Ausnahmen nur in besonderen Fällen
Von der Kastrationspflicht kann auf Antrag abgesehen werden, wenn beispielsweise eine registrierte Zucht betrieben wird und die Versorgung aller Nachkommen gesichert ist. Ebenfalls möglich ist eine Ausnahme, wenn eine dauerhafte Narkoseunfähigkeit oder andere schwerwiegende tiermedizinische Gründe vorliegen. In solchen Fällen muss eine tierärztliche Bescheinigung vorgelegt werden.
Ziel: Weniger Leid und weniger Streuner
Mit der Katzenschutzverordnung will Mühlheim die unkontrollierte Vermehrung eindämmen, die zu erheblichen Tierschutzproblemen führt. Eine einzige unkastrierte Katze kann innerhalb weniger Jahre für mehrere hundert Nachkommen sorgen – viele davon enden als streunende Tiere mit schlechten Überlebenschancen.
















