In einem umfangreichen Ermittlungsverfahren um manipulierte Geldinvestitionen hat die Kriminalpolizei am Montagnachmittag in Mühlheim am Main einen Tatverdächtigen festgenommen. Der 22-jährige Mann war dabei, mehrere tausend Euro Bargeld von einer Bürgerin entgegenzunehmen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Darmstadt ordnete die zuständige Ermittlungsrichterin am Amtsgericht Offenbach am Dienstagvormittag die Untersuchungshaft an. Der Beschuldigte, der keinen festen Wohnsitz in Deutschland hat, wurde in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert.
Opfer investierte zuvor in vermeintlich lukrative Finanzprodukte
Hintergrund der Festnahme ist eine Serie von Überweisungen, die das Opfer nach Angaben der Ermittler bereits in den vergangenen Monaten an bislang unbekannte Täter getätigt hatte. Die Betrüger hatten der Mühlheimerin am Telefon vorgemacht, sie bei gewinnbringenden Verkaufsgeschäften zu unterstützen. Die Unbekannten gaben dabei wiederholt an, das eingezahlte Kapital in Aktien sowie Kryptowährungen wie Bitcoin zu investieren, wovon die Frau finanziell profitieren sollte.
Zugriff der Polizeibeamten während der Bargeldübergabe
Um an weiteres Geld zu gelangen, nutzten die Täter am Montag einen Vorwand: Sie spiegelten dem Opfer vor, dass eine für die Finanztransaktionen notwendige App gesperrt sei. Für die Freischaltung der Anwendung forderten sie die Übergabe von Bargeld. Als der 22-jährige Beschuldigte den Geldbetrag bei der Frau in Mühlheim abholen wollte, griffen die Polizeibeamten zu und nahmen ihn vorläufig fest. Da die Ermittlungen zu den Hintergründen und weiteren Beteiligten noch andauern, machen die Behörden derzeit keine zusätzlichen Angaben zu dem Fall.
Ermittler warnen vor professionellen Betrugsmaschen im Internet
Im Zusammenhang mit dem aktuellen Fall warnt die Polizei vor den Gefahren des sogenannten Cybertrading-Betrugs. Bei dieser Deliktsform bewerben professionell organisierte Täter scheinbar lukrative Finanzanlagen im Internet. Die Kontaktaufnahme erfolgt häufig über soziale Netzwerke wie Facebook oder Instagram, oft unter dem Einsatz von durch künstliche Intelligenz erstellten Videos. In diesen sogenannten Deepfakes werben bekannte Persönlichkeiten scheinbar für die Plattformen, wobei den Opfern hohe Gewinne bei geringem Risiko versprochen werden.
Täter setzen auf Vertrauen und manipulierte Plattformen
Nach dem ersten Kontakt geben sich die Täter als geschulte Finanzberater aus und bauen gezielt Vertrauen zu den Betroffenen auf. Über manipulierte Online-Plattformen werden den Investoren Gewinne auf dem Bildschirm angezeigt, um sie zu weiteren Einzahlungen zu bewegen. Nach Angaben der Polizei existieren diese Gewinne in der Realität nicht. Oft werden die Geschädigten nach dem Verlust ihres Geldes erneut kontaktiert: Die Betrüger geben sich dann als Ermittler oder Anwälte aus und verlangen weitere Gebühren, um die verlorenen Summen angeblich zurückzuholen.
Wachsamkeit bei unaufgeforderten Kontaktaufnahmen durch Broker
Zum Schutz vor derartigen Betrugsmaschen raten die Behörden zu erhöhter Skepsis bei unrealistischen Gewinnversprechen und zeitlichem Druck. Bürgerinnen und Bürger sollten unaufgeforderten Kontaktaufnahmen durch angebliche Broker misstrauen, keine Fernzugriffssoftware auf ihren Geräten installieren und sensible Daten wie Ausweiskopien nicht an Unbekannte übermitteln. Vor der Investition von Geld wird empfohlen, unabhängigen Rat einzuholen und sich im Zweifel direkt an die Polizei zu wenden.















