Pendlerinnen und Pendler am Bahnhof Mühlheim müssen sich auf zusätzliche Kosten einstellen. Die Deutsche Bahn AG hat angekündigt, den P&R-Parkplatz auf der Nordseite an der Dammstraße künftig kostenpflichtig zu bewirtschaften. Die Stadt Mühlheim am Main stellt klar, dass diese Entscheidung nicht von ihr getroffen wurde. Hintergrund ist das Ende eines langjährigen Pachtvertrags, durch den das Gelände Anfang Dezember wieder vollständig an die Bahn zurückgefallen ist.
Stadt hatte keinen Einfluss auf Entscheidung
Nach Angaben der Stadtverwaltung lagen ihr vorab keine Informationen zum Zeitpunkt oder zur konkreten Ausgestaltung der Gebührenpflicht vor. Das Areal entlang der oberen Dammstraße gehört der Bahn. Vor rund 30 Jahren war es im Zuge eines geförderten Umbaus an die Stadt verpachtet worden. Mit der Pacht waren Unterhalt und Pflege von Straße, Parkplätzen, Beleuchtung, Grünflächen und Abfallbehältern verbunden. In dieser Zeit stellte die Stadt die Stellplätze kostenlos zur Verfügung.
Die Bahn kündigte den Pachtvertrag jedoch gegen den Willen der Stadt. Seit dem 3. Dezember 2025 liegt die Zuständigkeit wieder bei dem Konzern. Damit kann die Bahn nun eigenständig über die Nutzung und eine Gebührenpflicht entscheiden. Der südliche P&R-Parkplatz am Bahnweg bleibt davon unberührt und steht weiterhin kostenfrei zur Verfügung.
Beschwerden zu Sauberkeit und Zuständigkeiten
Parallel zur Gebührenankündigung häuften sich Beschwerden über den Zustand des Bahnhofsvorplatzes und der Unterführung. Auch hier verweist die Stadt auf die Zuständigkeit der Bahn. Seit dem Rückfall des Geländes an den Konzern ist dieser für die Leerung der Mülleimer auf dem Vorplatz verantwortlich. Die Stadt habe die Bahn mehrfach auf die Missstände hingewiesen, Zusagen zur zeitnahen Abhilfe seien gemacht worden.
Für die Reinigung der Unterführung sei die Bahn ebenfalls zuständig, auch schon vor dem Ende des Pachtvertrags. Entgegen anderslautender Auskünfte sei die Stadt dort nicht verantwortlich. Eine Ausnahme gilt lediglich für Dietesheim, wo die Stadt historisch bedingt zuständig ist.
Bürgermeister kritisiert verkehrspolitisches Signal
Bürgermeister Dr. Alexander Krey äußert deutliche Kritik an dem Vorgehen des Konzerns. „Verkehrspolitisch halte ich es für grundlegend falsch, gerade auf einem P&R-Parkplatz Gebühren zu erheben. Der Umstieg auf Bus und Bahn ist doch im gesamtgesellschaftlichen Interesse. Leider schert das die Bahn nicht und sie will hier schnelles Geld machen.“ Einflussmöglichkeiten habe die Stadt nicht, Einnahmen aus der Parkraumbewirtschaftung flössen ihr ebenfalls nicht zu.
Die Stadt erwartet nun, dass die Bahn selbst zeitnah über ihr Konzept informiert und die Hintergründe der Maßnahme transparent darlegt.
















