Für den Neubau der Albert-Schweitzer-Schule in Neu-Isenburg ist am Montag der offizielle Grundstein gelegt worden. Auf dem Gelände an der Freiherr-vom-Stein-Straße entsteht in den kommenden Jahren ein modernes und ganztagsfähiges Schulgebäude, das den bisherigen Altbau vollständig ersetzt. Die Fertigstellung des rund 38,1 Millionen Euro teuren Projekts ist für das vierte Quartal des Jahres 2028 vorgesehen. Den feierlichen Akt begleiteten Landrat Oliver Quilling, Kreisbeigeordneter Alexander Böhn, Bürgermeister Dirk Gene Hagelstein sowie Schulleiterin Bettina Helfer, indem sie eine Zeitkapsel in das Fundament einließen. Diese enthält neben Bauplänen und Münzen aus dem Jahr 2026 auch eine aktuelle Tageszeitung sowie Beiträge der derzeitigen Schulgemeinde.
Räumliche Erweiterung für steigende Schülerzahlen und Ganztagsbetreuung
Mit dem umfangreichen Bauprojekt reagiert der Landkreis Offenbach als zuständiger Schulträger auf die wachsende Zahl an Kindern in der Kommune. Die Einrichtung, die momentan von etwa 350 Schülerinnen und Schülern besucht wird, vergrößert sich durch den Neubau von einer dreieinhalb- zu einer durchgängig vierzügigen Grundschule. Nach den vorangegangenen Abrissarbeiten des Altbaus im Februar und dem vorübergehenden Umzug der Klassen in ein Interimsquartier auf dem Areal der Alten Goetheschule beginnt nun die Hochbauphase. Geplant ist ein dreigeschossiger Komplex, der sich aus drei ineinandergreifenden Gebäudeteilen mit Schrägdächern entlang der Eichendorffstraße zusammensetzt. Im Inneren entstehen 16 reguläre Klassenräume sowie diverse Fach-, Gruppen- und Differenzierungsräume für spezielle pädagogische Anforderungen. Darüber hinaus umfasst das integrierte Raumprogramm einen rund 300 Quadratmeter großen Speisesaal inklusive Küchenbereichen sowie eine im Erdgeschoss untergebrachte Zwei-Feld-Sporthalle. Für die freizeitpädagogische Nutzung im Rahmen des Ganztagsangebots stehen künftig 1.100 Quadratmeter zur Verfügung. Das gesamte Schulhaus wird barrierefrei konzipiert, über Aufzüge erreichbar sein und eine Ausstattung mit digitalen Tafeln sowie einem flächendeckenden drahtlosen Netzwerk erhalten.
Ökologische Bauweise und angestrebte Zertifizierung für Nachhaltigkeit
Bei der baulichen Umsetzung des Großprojekts legen die Verantwortlichen einen starken Fokus auf ressourcenschonende Aspekte, weshalb der Komplex in einer sogenannten Holzhybridbauweise errichtet wird. Kreisbeigeordneter Alexander Böhn erläuterte diesen Ansatz bei der Grundsteinlegung: „Wir errichten damit nicht nur ein modernes Schulgebäude, sondern legen großen Wert auf eine nachhaltige und zukunftsfähige Ausgestaltung.“ Als wesentliche Bestandteile nannte er dabei die Holzhybridbauweise, begrünte Photovoltaik-Dächer, ein Biodiversitätsdach auf der Sporthalle und eine Fassadenbegrünung. Zudem sei bei der Planung darauf geachtet worden, möglichst wenig in den vorhandenen Baumbestand einzugreifen. Der Kreisbeigeordnete betonte: „So entsteht ein Schulstandort, der ökologische Aspekte ebenso berücksichtigt wie die Anforderungen an einen Lern- und Lebensort für den Ganztag.“ Der Landkreis strebt für das Gebäude eine Silber-Zertifizierung durch die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen an. Neben dem Einsatz von recyclingfähigen Materialien liegt das Augenmerk der Architekten auf der Klimaresilienz und der Langlebigkeit der Bausubstanz. Im Außenbereich sind zudem großzügige Freiterrassen in den oberen Geschossen sowie ein weitläufiger Schulhof mit weiterentwickelten Freiflächen geplant.
Finanzielle Beteiligung der Stadt und strategische Investition in Bildung
Die kalkulierten Gesamtkosten von gut 38 Millionen Euro werden nicht allein vom Landkreis getragen. Die Stadt Neu-Isenburg beteiligt sich mit rund 5,3 Millionen Euro, was der Hälfte der anfallenden Kosten für die reinen Betreuungsflächen entspricht. Bürgermeister Dirk Gene Hagelstein hob die Bedeutung des Vorhabens für die Kommune hervor: „Der Neubau der Albert-Schweitzer-Schule ist eine wichtige Investition in die Zukunft unserer Stadt. Mit dem Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung, verändert sich auch das, was eine moderne Grundschule leisten muss. Schule ist heute nicht mehr nur Unterrichtsort, sondern über viele Stunden Lebens-, Lern- und Betreuungsumgebung für Kinder. Mit unserem finanziellen Beitrag investieren wir nicht nur in ein Gebäude, sondern in verlässliche Betreuung, gute Bildungschancen und in die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.“
Auch Landrat Oliver Quilling wertete den Start des Neubaus als einen entscheidenden Schritt. Er erklärte: „Mit dem Neubau schaffen wir an der Albert-Schweitzer-Schule die räumlichen Voraussetzungen dafür, dass Kinder auch künftig in einer modernen Umgebung lernen und betreut werden können.“ Weiter führte der Landrat zur Bedeutung der Maßnahme aus: „Gleichzeitig reagieren wir auf die steigenden Schülerzahlen und bauen die ASS von einer dreieinhalb- zu einer vierzügigen, ganztagsfähigen Grundschule aus. Für den Kreis als Schulträger ist der Neubau eine große Investition, die sich aber unmittelbar in die Zukunft unserer Kinder und damit in die Zukunft unserer Region auszahlt.“
















