Nach mehr als drei Jahrzehnten in der städtischen Kinderbetreuung ist Conny Bünger, die Leiterin der Neu-Isenburger Einrichtung Freizeitvilla, in den Ruhestand getreten. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, wurde die Pädagogin im Rahmen eines Festes im Beisein von aktuellen und ehemaligen Betreuungskindern, Eltern sowie dem Kollegium verabschiedet.
Vom klassischen Hort zur modernen Ganztagsbetreuung
Die Laufbahn der gebürtigen Rostockerin in Neu-Isenburg begann im Jahr 1992 im damaligen Hort Wilhelmsplatz. Zu Beginn wurden dort sechzig Kinder im Alter von sechs bis vierzehn Jahren in drei Gruppen betreut. In den darauffolgenden Jahren durchlief die Einrichtung zahlreiche strukturelle und konzeptionelle Veränderungen. Nach der Einführung verlässlicher Unterrichtszeiten an hessischen Grundschulen im Jahr 2002 begannen die Erzieherinnen und Erzieher, den Vormittagsunterricht an der Albert-Schweitzer-Schule einmal wöchentlich zu begleiten.
Diese Kooperation mündete 2006 in der Umwandlung der Bildungsstätte zu einer Ganztagsschule, woraufhin der bisherige Hort den Namen Freizeitvilla erhielt. Bünger, die 1998 die stellvertretende Leitung und 2006 die Gesamtleitung übernommen hatte, entwickelte seinerzeit gemeinsam mit dem Team und der städtischen Fachberatung ein neues Ganztagskonzept. Dieses sah unter anderem einen Wechsel aus Anspannung und Entspannung, wählbare Kurse sowie einen Verzicht auf Hausaufgaben vor.
Stetiges Wachstum der Einrichtung und aktuelle räumliche Situation
Mit den inhaltlichen Anpassungen ging eine Vergrößerung der Einrichtung einher. Zwischen 2006 und 2010 wuchs die Kapazität auf 200 Plätze an, 2013 folgte die Erweiterung durch ein Blockhaus. Nach einer erneuten Evaluation des Konzepts im Jahr 2016 besuchen heute mehr als 300 Kinder der Albert-Schweitzer-Schule die Ganztagsbetreuung. Aufgrund von räumlichen Umstrukturierungen ist die Einrichtung derzeit in einem Interimsquartier in der Alten Goetheschule und der Brüder-Grimm-Schule untergebracht.
Mit Blick auf den im August 2026 in Kraft tretenden bundesweiten Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Schulanfänger äußerte sich der Erste Stadtrat Stefan Schmitt: „Darauf sind wir in Neu-Isenburg gut vorbereitet. In der Freizeitvilla wird die Ganztagsbetreuung seit vielen Jahren gelebt und kontinuierlich weiterentwickelt“.
Grußworte der Verwaltung und persönlicher Rückblick
Krankheitsbedingt konnte der Erste Stadtrat an der Verabschiedung nicht persönlich teilnehmen, ließ jedoch eine Grußbotschaft übermitteln: „Es gibt Menschen, die einen Beruf ausüben und es gibt Menschen die ihn prägen. Conny Bünger gehört mit ihrem großen Engagement, ihre Verlässlichkeit und vor allem ihrem Blick für die Kinder zu diesen Menschen. Sie hat Generationen von Kindern begleitet und die Freizeitvilla über Jahrzehnte mitgestaltet. Dafür danken wir ihr von Herzen“. Das offizielle Präsent der Stadt überreichten Diana Flucke-Leber und Petra Schmidt-Simatovic aus dem zuständigen städtischen Fachbereich.
In ihrer Rede blickte Bünger auf ihre Dienstzeit zurück und bedankte sich bei ihrer langjährigen Stellvertreterin Angela Pogany sowie dem gesamten beruflichen Umfeld. Die scheidende Leiterin resümierte: „Ich bin jeden Tag gern zur Arbeit gekommen. Ich habe das große Glück gehabt, einen Beruf zu haben, der mir bis heute Zufriedenheit und Freude bereitet. Das Lachen der Kinder, die vielen Gespräche, ihre tiefsinnigen Fragen, ihre Neugierde auf das Leben, ihre Unvoreingenommenheit im hier und heute, ihre Einzigartigkeit haben jeden meiner Arbeitstage positiv begleitet“. Abschließend betonte sie: „Vor allem aber danke ich den vielen Kindern, die ich in 34 Jahren kennenlernen und begleiten durfte. Ohne sie hätte es meine Arbeit, diesen Beruf und auch die Freizeitvilla nicht gegeben.“
















