Mit einer unerwarteten Ehrung ist am 5. Juni eine Veranstaltung der True-Crime-Reihe im Stadtmuseum Haus zum Löwen zu Ende gegangen. Gudrun Czerwinski, die an diesem Abend einen Vortrag über den Neu-Isenburger Serienmörder Michael Wolpert halten wollte, erhielt die Hugenottenmedaille der Stadt Neu-Isenburg.
Zu dem Abend waren zahlreiche Gäste gekommen, um den Vortrag über einen bekannten Kriminalfall der Stadtgeschichte zu hören. Dass die Veranstaltung mit einer Auszeichnung enden würde, wussten nach Angaben der Stadt zunächst nur wenige Eingeweihte. Für Czerwinski selbst kam die Verleihung demnach überraschend. Bürgermeister Dirk Gene Hagelstein würdigte in seiner Laudatio ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement, ihre heimatkundlichen Forschungen und ihre zahlreichen Vorträge im Rahmen der Bembeltreff-Reihe.
Forschung zur Stadtgeschichte über viele Jahre
Gudrun Czerwinski beschäftigt sich seit Jahren mit der Geschichte Neu-Isenburgs und macht ihre Recherchen einem breiten Publikum zugänglich. Ausgangspunkt ihres Interesses war nach Angaben der Stadt die Suche nach den eigenen hugenottischen Vorfahren. Mit Unterstützung der Archivarin Christel Passinger fand sie im Kirchenarchiv der Marktplatzgemeinde Francois Chambut und Anne Catherine Lérisse.
2015 folgten intensive Recherchen zur Geschichte ihres Großvaters Heinrich Staub. Er war ein Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft, wurde im Konzentrationslager Dachau inhaftiert und kam dort unter ungeklärten Umständen ums Leben. Mit Unterstützung von Gudrun Czerwinski veröffentlichte Gerhard Gräber im März 2018 in der Stadtillustrierten „Isenburger“ den Artikel „Heinrich Staub, ein Neu-Isenburger nichtjüdisches Opfer der Nazischergen“. Neuere Erkenntnisse zu diesem Fall stellte Czerwinski später bei einem Bembeltreff im Stadtmuseum vor.
Auch an anderer Stelle hat sie Grundlagen für die Auseinandersetzung mit der Stadtgeschichte erarbeitet. So stammen nach Angaben der Stadt die theoretischen Grundlagen für die historische Stadtführung zur Familie der Bärenfänger, der ersten deutschen Familie im hugenottischen Dorf, von ihr.
Auch Kriminalfälle gehören zu ihren Themen
Neben der älteren Stadtgeschichte widmet sich Gudrun Czerwinski auch neueren Themen. Für die True-Crime-Reihe im Stadtmuseum Haus zum Löwen arbeitet sie Kriminalfälle aus Neu-Isenburg auf und stellt sie dort einem wachsenden Publikum vor.
Mit der Hugenottenmedaille würdigt die Stadt nun dieses langjährige Engagement für die Aufarbeitung und Vermittlung der Neu-Isenburger Geschichte.














