Um die Innenstadt für Fußgänger attraktiver zu gestalten, erprobt die Stadtverwaltung von Neu-Isenburg für die kommenden vier Monate ein verändertes Raumkonzept. Entlang der Frankfurter Straße wurden insgesamt 14 temporäre Möblierungselemente aufgebaut, die den Bürgern ab sofort zur Verfügung stehen. Bürgermeister Dirk Gene Hagelstein stellte das Projekt am 1. Juli im Rahmen einer Magistratspressekonferenz offiziell vor. Die Aufbauten umfassen neue Sitzgelegenheiten, bepflanzte Areale sowie zusätzliche Fahrradständer und sollen den öffentlichen Raum beleben, ohne dass für die Nutzer ein Konsumzwang besteht. Passanten können die Plätze demnach frei nutzen.
Die verschiedenen Module sind über den gesamten Straßenverlauf verteilt. Im nördlichen Abschnitt der Frankfurter Straße wurden vorrangig Pflanzkästen platziert, während vor dem Einkaufszentrum IZ und der Kaiserpassage zusätzliche Abstellanlagen für Fahrräder installiert wurden. Sitzmöbel finden sich unter anderem vor der Hugenottenhalle, dem Haus zum Löwen, dem Café Ernst, den Bäckereien Weller und Jasmin sowie am Beginn der Fußgängerzone. Vor der Buchhandlung von Anja Kronier wurde zudem ein begrüntes Parklet errichtet. Die Inhaberin befürwortet den viermonatigen Versuch und erklärt: „Ich finde die Idee gut. Die neuen Stadtmöbel machen die Frankfurter Straße wohnlicher und lebendiger. Ich freue mich auf den Testzeitraum.“
Land Hessen stellt die städtische Ausstattung für vier Monate kostenfrei zur Verfügung
Bürgermeister Dirk Gene Hagelstein ordnet die Zielsetzung der Testphase ein: „Mit den Stadtmöbeln möchten wir ausprobieren, wie sich der öffentliche Raum mit einfachen Mitteln aufwerten lässt und das städtische Leben bereichert. Wir haben im Vorfeld viele positive Rückmeldungen erhalten. Die Vorfreude auf die zusätzlichen Aufenthaltsmöglichkeiten in der Innenstadt ist groß. Wir sind gespannt, wie die neuen Angebote von den Bürgerinnen und Bürgern, den Gastronomen und Einzelhändlern angenommen werden“. Für die Kommune fallen bei der Beschaffung keine Kosten an, da die Stadt Neu-Isenburg die Elemente über das Landesprojekt „Straßen neu entdecken“ und die Arbeitsgemeinschaft Nahmobilität Hessen für den Projektzeitraum unentgeltlich ausgeliehen hat.
City-Managerin Ingeborg Maria Lang von der CIMA Beratung und Management GmbH sieht in der Maßnahme auch einen potenziellen wirtschaftlichen Nutzen für das Zentrum. Sie erläutert die Hintergründe: „Die Stadtmöbel laden dazu ein, die Frankfurter Straße und die Geschäfte dort neu zu entdecken. Die Erfahrungen aus anderen Städten zeigen: Wer sich wohlfühlt, bleibt gerne etwas länger in der Innenstadt.“ Die Bepflanzung der Kästen übernahm der Dienstleistungsbetrieb Dreieich und Neu-Isenburg, der auch für die fortlaufende Pflege und Bewässerung zuständig ist. Angesichts der aktuell hohen Temperaturen bittet die Stadtverwaltung jedoch auch Passanten und Anwohner um Unterstützung bei der Wasserversorgung der Pflanzen.
Verwaltung sammelt Rückmeldungen der Bevölkerung für zukünftige Planungen
Um fundierte Schlüsse für die weitere Stadtentwicklung ziehen zu können, bittet die Verwaltung um eine Bewertung durch die Bevölkerung. Bis Ende Oktober haben Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, ihre Erfahrungen mit den neuen Möbeln im Rahmen einer offiziellen Umfrage mitzuteilen. Die Teilnahme ist digital über die städtische Internetseite sowie über QR-Codes möglich, die direkt an den jeweiligen Möbelstücken angebracht sind. Alternativ können schriftliche Anregungen an der Informationsstele gegenüber der Fußgängerzone vor der Kaiser-Passage eingereicht werden. Dort steht ein weißer Briefkasten bereit, in den die ausgefüllten Rückseiten der Projektbroschüren eingeworfen werden können. Die gesammelten Rückmeldungen fließen nach Ablauf der vier Monate in die finale Auswertung ein und sollen bei künftigen städtebaulichen Entscheidungen berücksichtigt werden.
















