Die Stadt Obertshausen hat am Donnerstag offiziell mit dem Bau eines neuen Rathauses an der Schubertstraße begonnen. Das auf 23,7 Millionen Euro veranschlagte Großprojekt soll die bisherigen Verwaltungsstandorte der Kommune an einem Ort bündeln und voraussichtlich zum Jahreswechsel 2027/2028 bezugsfertig sein.
Zusammenführung der bisherigen zwei Verwaltungsstandorte
Bislang verteilen sich die städtischen Behörden in Obertshausen auf die beiden Gebäude an der Schubertstraße sowie an der Beethovenstraße. Diese Bauwerke stammen laut Stadtverordnetenvorsteher Anthony Giordano noch aus den 1960er Jahren. Durch den vierstöckigen Neubau mit einer Bruttogrundfläche von rund 5.200 Quadratmetern entfällt diese historische Doppelstruktur. Erster Stadtrat und Baudezernent Michael Möser sieht in der Bündelung konkrete Vorteile für die Abläufe: „Das neue Rathaus schafft nicht nur zeitgemäße Arbeitsbedingungen für die Mitarbeitenden, sondern verbessert auch die Abläufe für die Bürgerinnen und Bürger. Die Zusammenführung der Verwaltung an einem Standort wird viele Prozesse effizienter machen und den Service weiter steigern.“ Bürgermeister Manuel Friedrich betonte bei dem Termin zudem, dass man die bisherige Verwaltungsstruktur mit „Mut, Verantwortung und klaren Worten“ abschaffe.
Nachhaltige Holzsystembauweise und umfassende Kostenstruktur
Das ausführende Bauunternehmen Wolff & Müller aus Stuttgart errichtet das Gebäude in einer Holzsystembauweise. Durch die industrielle Vorfertigung großer Bauteile wie Wände und Decken soll die Montagezeit auf der Baustelle im Vergleich zur Massivbauweise deutlich verkürzt werden. Das Gebäude, dessen Architektur maßgeblich durch Holz- und Glaselemente geprägt wird, entspricht nach der Fertigstellung dem Energiestandard eines Passivhauses Solar Plus. Die geplanten Baukosten von 23,7 Millionen Euro decken nicht nur den eigentlichen Neubau ab. Sie umfassen ebenfalls den späteren Abriss des bisherigen Bestandsgebäudes an der Schubertstraße sowie die Errichtung eines neuen Parkdecks mit etwa 90 Stellplätzen und die Neugestaltung der gesamten Außenanlagen. Die Aufgaben des Baucontrollings übernimmt dabei die Frankfurter BMP Baumanagement GmbH.
Größtes kommunales Bauvorhaben der vergangenen Jahrzehnte
Mit dem vollzogenen Spatenstich, an dem neben interessierten Bürgern auch lokale Mandatsträger sowie Vertreter aus der Landes- und Kreispolitik und umliegenden Städten teilnahmen, startet das größte städtische Bauvorhaben seit Jahrzehnten. Vom finanziellen Volumen her übersteigt es auch die Errichtung des im Jahr 2021 eröffneten Familienzentrums an der Vogelsbergstraße. Der Rathauschef ordnete die Dimension des Projekts, dessen vertragliche Grundlage im Juli 2025 unterzeichnet worden war, vor Ort ein: „Mit dem heutigen Spatenstich wird ein Projekt sichtbar, das uns in den vergangenen Jahren intensiv beschäftigt hat. Das neue Rathaus ist eine Investition in die Zukunft unserer Stadt, in moderne Verwaltungsstrukturen und in einen bürgerfreundlichen Service. Ich freue mich, dass wir nun mit dem Spatenstich diesen besonderen Moment gemeinsam begehen können. Gleichzeitig gehört mein Dank allen Verwaltungsmitarbeitenden, die sich rund um den Rathausneubau in verschiedenen Themenfeldern miteinbringen“. Während der Einzug in das Hauptgebäude für Ende 2027 oder Anfang 2028 geplant ist, soll die vollständige Fertigstellung inklusive der Park- und Außenanlagen im Herbst 2028 erfolgen. Einwohner können den Fortschritt der Arbeiten ab sofort über eine Webcam auf der städtischen Internetseite verfolgen, die alle zehn Minuten ein aktuelles Foto des Areals überträgt.
















