Der Obertshausener Bürgermeister Manuel Friedrich hat gemeinsam mit Wirtschaftsförderer Stefan Becker die Schuhmacherei Jagic in der Fröbelstraße besucht. Im Zentrum des Treffens standen die Entwicklung des 1966 gegründeten Familienbetriebs und die aktuellen Anforderungen an das Handwerk, das klassische Reparaturarbeiten heute eng mit orthopädischen Dienstleistungen verknüpft.
Umfassendes Angebot für orthopädische Fußversorgung und Sicherheitsschuhe
Der von Andreas Jagic gemeinsam mit einem Mitarbeiter geführte Zwei-Mann-Betrieb deckt neben der regulären Instandsetzung von Sohlen, Absätzen, Innenfutter oder modernem Schuhwerk wie Sneakern primär den medizinischen Bedarf ab. Der Inhaber, der sowohl Schuhmacher- als auch Orthopädieschuhmachermeister ist, fertigt individuelle Maßschuhe an und rüstet Arbeitsschuhe für den Berufsalltag um. Nach Angaben des Unternehmens bleiben bei diesen zertifizierten Veränderungen die gesetzlichen Schutzstandards für den Einsatz auf Baustellen oder in Werkhallen vollumfänglich erhalten. Das Sortiment der Firma umfasst darüber hinaus Einlagen, Bandagen und Kompressionsstrümpfe.
Ein Blick auf die knapp sechzigjährige Firmenhistorie
Den Grundstein für das ansässige Unternehmen legte Johann Jagic im Jahr 1966. Der aus dem damaligen Jugoslawien eingewanderte Handwerker begann seine Selbstständigkeit in Obertshausen zunächst mit einer Werkbank sowie jeweils einer einzigen Näh- und Schleifmaschine. Sein Sohn Andreas schloss 1981 nach drei Jahren eine Lehre bei der Firma Schuh-Trost ab und wurde mit seinem damaligen Gesellenstück Landessieger. Nach den erfolgreich abgelegten Meisterprüfungen im Schuhmacherhandwerk im Jahr 1985 sowie im Bereich der Orthopädie im Jahr 1987 übernahm er den elterlichen Familienbetrieb schließlich im Jahr 2003.
Weitergabe von Fachwissen an die nächste Handwerkergeneration
Da es in der näheren Umgebung nur noch wenige traditionelle Schuhmachereien gibt, engagiert sich Jagic neben seiner Arbeit im Geschäft seit mehreren Jahrzehnten auch als Dozent und Prüfer bei Gesellen- sowie Meisterprüfungen. Die Vertreter der Stadtverwaltung würdigten diesen Einsatz für die Qualifizierung künftiger Handwerker.
Wirtschaftsförderer Becker erklärte im Rahmen des Ortstermins: „Der Unternehmensbesuch hat deutlich gemacht, wie viel Fachwissen, Erfahrung und handwerkliches Können in jeder einzelnen Arbeit stecken. Besonders hervorzuheben ist das langjährige Engagement von Andreas Jagic für die Ausbildung sowie für Gesellen- und Meisterprüfungen. Angesichts der sinkenden Zahl klassischer Schuhmachereien ist dieser Einsatz für den Erhalt des Handwerks von großer Bedeutung.“
Bürgermeister Friedrich fasste seine Eindrücke abschließend zusammen: „Die Schuhmacherei Jagic steht für handwerkliche Qualität, persönliche Beratung und eine beeindruckende Familientradition. Der Betrieb zeigt, wie klassisches Schuhmacherhandwerk mit moderner orthopädischer Versorgung verbunden werden kann. Solche inhabergeführten Unternehmen sind ein wertvoller Bestandteil unseres Wirtschaftsstandorts und unserer Stadtgesellschaft“.















