In Obertshausen beginnt im Stadtteil Hausen im zweiten Quartal 2026 die schrittweise Umsetzung des Parkraumkonzepts. Der Magistrat hat im Januar beschlossen, in welcher Reihenfolge die Maßnahmen umgesetzt werden. Quartiersweise soll nun stärker darauf geachtet werden, dass Fahrzeuge nach den Regeln der Straßenverkehrsordnung parken – und nicht auf Gehwegen.
Im Mittelpunkt steht das Ziel, Gehwege freizuhalten. Nach Darstellung der Stadt sollen Fußgängerinnen und Fußgänger, vor allem Kinder, ältere Menschen und Personen mit Mobilitätseinschränkungen, den Platz bekommen, den sie im öffentlichen Raum benötigen. Gehwegparken zwinge Betroffene häufig zum Ausweichen auf die Fahrbahn.
„Gehwegparken schlichtweg nicht erlaubt“
Bürgermeister und Verkehrsdezernent Manuel Friedrich weist darauf hin, dass das Parken auf dem Gehweg grundsätzlich untersagt ist, wenn es nicht ausdrücklich angeordnet ist. Er sagt: „Nach der Straßenverkehrsordnung ist Gehwegparken schlichtweg nicht erlaubt, es sei denn, es ist ausdrücklich so beschildert“.
Auch aus Sicht der Feuerwehr ist das Vorhaben wichtig. Stadtbrandinspektor Thorsten Manus erklärt: „Das neue Parkraumkonzept und insbesondere das konsequente Vorgehen gegen das Gehwegparken sind aus Sicht der Feuerwehr ein wichtiger Schritt für die Sicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger. Zugeparkte Gehwege und Straßen erschweren nicht nur die Durchfahrt von Einsatzfahrzeugen, sondern können im Ernstfall wertvolle Minuten kosten. Wenn Rettungswege frei bleiben, kommen Feuerwehr und Rettungsdienst schneller zum Einsatzort – und genau diese Zeit kann im Notfall Leben retten. Deshalb unterstützen wir Maßnahmen, die für mehr Ordnung im Straßenraum und damit für mehr Sicherheit für alle sorgen.“
Argumente für Kinder und Barrierefreiheit
Der ehrenamtliche Radverkehrsbeauftragte Rolf Herberg verweist auf die Bedeutung freier Gehwege für Kinder. Er sagt: „Kinder unter acht Jahren müssen, Kinder von acht bis zehn Jahren dürfen den Gehweg benutzen – und ein Elternteil oder eine andere Aufsichtsperson ab 16 Jahren darf das Rad fahrende Kind unter acht Jahren auf dem Gehweg begleiten.“
Silvia Acemi, ehrenamtliche Behindertenbeauftragte, betont: „Das Parkraumkonzept ist für schwerbehinderte Menschen besonders wichtig, weil es das Gehwegparken verhindert und dadurch barrierefreie, sichere und ausreichend breite Wege sichert, die für Rollstuhlfahrer, Menschen mit Rollator oder Sehbehinderung unerlässlich sind.“
Start in Quartier 3 geplant
Das Parkraumkonzept wurde nach einer Bürgerinformationsveranstaltung im September 2025 noch einmal angepasst. Erstellt wurde es von der mociety consult GmbH aus Wiesbaden. Der Stadtteil Hausen ist in acht Quartiere eingeteilt, für die Straßen wurden Prioritäten festgelegt. Wo der Druck besonders groß ist, soll zuerst begonnen werden. Friedrich sagt: „Dort wo beispielsweise der Druck für die Feuerwehr am stärksten ist, wollen wir mit unserer Umsetzung beginnen. Am Anfang steht beispielsweise die Frankfurter Straße“.
Los geht es mit Quartier 3, anschließend folgen die Quartiere 4, 8, 1, 2, 6, 7 und 5. Ziel ist es, das Konzept bis Ende 2026 umzusetzen.
Kontrollen und mögliche neue Schilder
Ab Frühjahr 2026 sollen die Straßenverkehrsbehörde und die Stadtpolizei das Gehwegparken dort unterbinden, wo es nicht per Beschilderung erlaubt ist. Bei Bedarf will die Stadt Schilder anpassen, erneuern oder neu installieren; teilweise sind auch Halteverbote vorgesehen. Friedrich sagte dazu: „Sofern es notwendig wird, passen wir auch die Beschilderung an beziehungsweise erneuern oder installieren wir diese“.
Erster Stadtrat Michael Möser verweist darauf, dass es in einigen Straßen bereits funktioniere: „Wir haben beobachtet, dass es in einigen Straßen auch jetzt schon beispielhaft klappt mit dem Parken. Das wünschen wir uns auch für die restlichen Straßenzüge – unter dem Gesichtspunkt der gegenseitigen Rücksichtnahme“.
Anwohner sollen Stellplätze nutzen
Vor dem Start sollen Anwohnende in den betroffenen Quartieren schriftlich informiert werden. Möser appelliert, Stellplätze auf privaten Grundstücken zu nutzen, etwa in Garagen oder Hofeinfahrten, um die Parksituation zu entschärfen.
Zum startenden Quartier 3 gehören Frankfurter Straße, Tulpenstraße, Rosenstraße, Freiherr-vom-Stein-Straße, Adenauerstraße zwischen Tempelhofer Straße und Dreieichstraße, Schillerstraße, Rhönstraße, Kettelerstraße, Pfarrer-Schwahn-Straße, Kantstraße, Dreieichstraße, Liebknechtstraße, Gumbertseestraße und Golfstraße.
Für Quartier 3 ist zudem eine Informationsveranstaltung für Anwohnerinnen und Anwohner geplant.
















