Das beschlossene Haushaltssicherungskonzept fordert in Obertshausen konkrete Einschnitte im städtischen Veranstaltungsangebot. Wie aus einer aktuellen Beschlussvorlage des Magistrats hervorgeht, soll der komplette Kultursommer im Jahr 2027 den kommunalen Sparmaßnahmen zum Opfer fallen. Die endgültige Entscheidung über die Kürzungen trifft die Stadtverordnetenversammlung in ihrer kommenden Sitzung am 24. September.
Finanzielle Vorgaben zwingen zur Absage mehrerer Freiluftveranstaltungen
Bereits im Juni des laufenden Jahres hatten die Stadtverordneten ein umfassendes Konsolidierungskonzept für den Haushalt verabschiedet. Dieses sieht unter dem Titel einer Überarbeitung des Kulturprogramms zwingende Einsparungen in Höhe von 60.000 Euro für das Jahr 2027 vor. Um diese Summe zu erreichen, müssen im entsprechenden Budgetposten mindestens 40.000 Euro durch den direkten Verzicht auf Veranstaltungen sowie rund 20.000 Euro durch indirekte Effekte eingespart werden. Die Verwaltung plant zur Erreichung dieser Ziele, den Kultursommer ersatzlos zu streichen. Von dieser Maßnahme sind die etablierte Lachnacht sowie sämtliche Open-Air-Konzerte in der Kapellenstraße und im Beethovenpark betroffen.
Durch diesen massiven Leistungsschnitt lassen sich nach Berechnungen des Magistrats zwischen 50 und 60 Prozent des formulierten Einsparziels realisieren. Gleichzeitig entgehen der Kommune durch die Absagen jedoch fest eingeplante Einnahmen. Die Verwaltung rechnet mit einem Verlust von 13.000 Euro an Sponsorengeldern sowie weiteren 4.000 Euro, die üblicherweise durch den Ticketverkauf der Lachnacht generiert werden. Die Stadt plant nun, neue Fördergelder für andere Maßnahmen einzuwerben, um diesen Einnahmeausfall aus dem Kultursommer zu kompensieren.
Traditionelle Feste und spezielles Jugendangebot bleiben im Programm
Neben den Streichungen definiert die Vorlage auch die Formate, die im kommenden Jahr fortgeführt werden sollen. Demnach bleiben das Europafest, das Weinfest, der Märchenwald mit dem Elmar Club sowie das reguläre Kleinkunstprogramm im städtischen Veranstaltungskalender erhalten. Der Magistrat erhält durch den Beschlussvorschlag jedoch den Auftrag, die Ausgaben- und Einnahmesituation speziell für das Europafest und das Weinfest weiter zu optimieren.
Ebenfalls von den Kürzungen ausgenommen ist die Veranstaltung green.beats im Sportzentrum. Das Format ist eines der wenigen Angebote der Stadt, das sich gezielt an Jugendliche und junge Erwachsene richtet. Bei dem Projekt kooperiert die Kommune mit der Firma Sounds of Reality und bezuschusst die eigenständig weitergeführte Veranstaltung mit maximal 2.000 Euro. Dieser überschaubare Betrag soll nach dem Willen der Verwaltung vollständig durch Sponsoring refinanziert werden.
Verträge für das Kindertheaterprojekt Starke Stücke sind bereits unterzeichnet
Keine Auswirkungen haben die aktuellen Einsparungspläne auf das Theaterprogramm Starke Stücke für das Jahr 2027. Der Magistrat hatte die entsprechenden Verträge bereits durch einen Beschluss am 22. Juni dieses Jahres offiziell freigegeben und unterzeichnet. Von diesen Aufführungen im städtischen Bürgerhaus profitieren in erster Linie Kinder im Alter zwischen zwei und neun Jahren, die das kulturelle Angebot traditionell im Rahmen von Ausflügen mit ihren Schulklassen oder Kita-Gruppen besuchen.
















