Die Offenbacher Stadtverordneten haben am 28. August 2025 dem Neubau des Emmy-Noether-Gymnasiums mehrheitlich zugestimmt. Damit kann das bislang größte Schulbauprojekt der Stadt seit Jahrzehnten umgesetzt werden. Rund 128 Millionen Euro sollen in das Vorhaben investiert werden. Planungs- und Baudezernent Paul-Gerhard Weiß erklärte: „Es ist das größte Schulbauprojekt seit Jahrzehnten für Offenbach. Rund 1.500 Schülerinnen und Schüler und 100 Lehrkräfte werden hier künftig modern und zukunftsorientiert lernen und arbeiten. Wir bauen hier nicht nur Klassenräume, sondern Zukunft.“
Bau auf Güterbahnhofsgelände
Das neue Gymnasium entsteht auf dem ehemaligen Güterbahnhofsgelände. Mit dem fünfgeschossigen Neubau wird im November 2025 begonnen, die Fertigstellung ist für Ende 2028 vorgesehen. Auf der rund 10.000 Quadratmeter großen Fläche sollen unter anderem Dachterrassen als Pausenflächen entstehen. Weiß betonte: „Durch die Einbindung der Dächer gewinnen wir wertvolle Flächen zurück. So entstehen für die Schülerinnen und Schüler besondere Orte zum Lernen oder Erholung in den Pausen.“
MINT-Schwerpunkt und Ganztagsbetrieb
Die Schule wird bis zur Klassenstufe 10 sechszügig und in der Oberstufe fünfzügig geführt. Neben 51 Klassenräumen entstehen zehn naturwissenschaftliche Fachräume, Werk- und Kunsträume sowie multifunktionale Bereiche für Musik und Theater. Eine Mensa mit Kapazität für rund 1.080 Mahlzeiten täglich, Bibliothek und Aula sichern den Ganztagsbetrieb von 7.30 bis 17 Uhr ab. Eine Dreifeldsporthalle mit separatem Zugang wird auch Sportvereinen zur Verfügung stehen.
Pausenflächen auf mehreren Ebenen
Durch die Gestaltung der Dächer entstehen insgesamt rund 8.500 Quadratmeter Pausenfläche. Neben Lerninseln, einem grünen Klassenzimmer und einem Schulgarten sind dort Bewegungsangebote wie Tischtennisplatten und eine Calisthenics-Anlage vorgesehen. Ein „grüner Rahmen“ aus Kletterpflanzen strukturiert die Ebenen und bietet Ausblicke auf das neue Quartier.
Barrierefrei und nachhaltig
Das Gymnasium soll weit über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus barrierefrei gestaltet werden. Aufzüge, taktile Strukturen, Rückzugsbereiche sowie barrierefreie Sanitärräume sind Teil des Konzepts. Energetisch wird der Neubau im KfW-40-Standard errichtet, mit Photovoltaikanlage, Wärmepumpe, Fernwärme und Regenwassernutzung für die Dachbegrünung und Grünflächen.
Anspruchsvolle Bauorganisation
Die enge Bebauung, parallele Projekte im Quartier 4.0 und strenge Umweltauflagen stellen besondere Anforderungen an die Baulogistik. Ein elektronisches Zutrittssystem für bis zu 300 Arbeitskräfte und ein Online-Zeitfenster für Transportfahrten sollen den Bauprozess steuern. Auch Artenschutzmaßnahmen für Zauneidechsen sind Teil der Planung.
Kontinuierliche Investitionen in Bildung
Seit 2007 hat Offenbach über 404 Millionen Euro in Neubau und Sanierung von Schulen und Kitas investiert, weitere 321 Millionen Euro sind in Planung oder im Bau. Weiß fasste zusammen: „Jeder Quadratmeter wird effizient genutzt.“ Mit dem Neubau des Emmy-Noether-Gymnasiums setzt die Stadt ein weiteres Zeichen für moderne Lernbedingungen und nachhaltige Entwicklung.















