Für große Veranstaltungen gelten in Hessen seit dem vergangenen Jahr erhöhte Sicherheitsanforderungen. In Offenbach bedeutet das: Einige Feste, Umzüge und Veranstaltungen benötigen seither einen professionellen Zufahrtschutz als Maßnahme der Terrorabwehr. Dafür kommen zertifizierte Absperrelemente zum Einsatz, die vor der Einfahrt von Fahrzeugen schützen sollen. Solche Systeme sind teuer – und könnten Veranstalter finanziell überfordern.
Stadt stellt Sperren kostenlos bereit
Damit traditionelle Veranstaltungen in Offenbach nicht an den zusätzlichen Kosten scheitern, unterstützt die Stadt die Organisatoren beim Zufahrtschutz. Ordnungsdezernent Paul-Gerhard Weiß erinnert daran, dass die Stadt bereits 2025 kurzfristig Schutzelemente anmietete, „dass alle Feste und Veranstaltungen in Offenbach stattfinden konnten“. Seit diesem Jahr setzt Offenbach auf eigenes Material: „Seit diesem Jahr verfügt die Stadt über eigenes Material, das den uns bekannten Veranstaltern kostenlos zur Verfügung gestellt wird.“
Weiß macht zugleich deutlich, worum es dabei geht: Terrorabwehr sei eine Aufgabe der Bundesregierung und der Sicherheitsbehörden – und nicht der Kommunen. Trotzdem habe man sich im Magistrat darauf verständigt, Veranstaltungen nicht wegen der neuen Anforderungen ausfallen zu lassen. „Im Magistrat sind wir uns aber einig, dass wegen der höheren Kosten möglichst kein Fest abgesagt werden soll“, sagt Weiß. Und weiter: „Deshalb leisten wir als Stadt unseren Beitrag, damit unsere Feste auch unter den notwendigen Sicherheitsauflagen weiter stattfinden können.“
Drei Systeme für Mainuferfest und weitere Termine
Über eine europaweite Ausschreibung hat der Stadtservice seit diesem Jahr drei unterschiedlich und flexibel einsetzbare Systeme beschafft. Der Kaufpreis liegt bei rund 565.000 Euro. Die Menge ist so geplant, dass auch das Mainuferfest als größte Veranstaltung der Stadt abgesichert werden kann. Erste Einsätze gab es bereits bei den Fastnachtsumzügen in Bieber und Bürgel. Außerdem sollen die Elemente bei zehn weiteren jährlichen Großveranstaltungen eingesetzt werden, darunter Weihnachtsmarkt und Offenbacher Woche.
Stadtkämmerer Martin Wilhelm spricht von einer praktikablen Lösung für Veranstalter und Stadt: „Durch den Kauf der Zufahrtssperren und die Verpflichtung eines Dienstleisters haben wir eine wirtschaftliche und für alle Beteiligte unbürokratische und möglichst einfache Lösung gefunden, um die Organisation großer Veranstaltungen in Offenbach zu unterstützen.“
Logistik über externen Dienstleister organisiert
Lagerung und Pflege sowie An- und Ablieferung und Auf- und Abbau der Sperrelemente organisiert ein externer Dienstleister. Nach einem weiteren Vergabeverfahren wurde Anfang des Jahres die Firma ERKO GmbH aus Mühlheim beauftragt. Die Kosten für die Logistik sind vertraglich festgeschrieben und können von Veranstaltern zu diesen Konditionen abgerufen werden. Je nach Veranstaltung übernimmt die Stadt zudem einen Teil der Logistikkosten, um die Organisatoren auch an dieser Stelle zu entlasten. Zu Abläufen und Details wurden die betroffenen Veranstalter nach Angaben der Stadt in einem Infotermin informiert.
Keine Details zu konkreten Schutzkonzepten
Konkrete Einzelheiten zu den jeweiligen Schutzmaßnahmen bei Festen und Veranstaltungen will die Stadt weiterhin nicht veröffentlichen. Das wird mit Sicherheitsgründen begründet.
















