Die im Winter 2024/2025 erstmals eingerichtete Winternotübernachtung im Caritashaus St. Josef hat sich als wichtiger Baustein der städtischen Kältehilfe erwiesen. Von Dezember bis Ende März wurden in dem vorübergehend genutzten Konferenzraum insgesamt 635 Übernachtungen gezählt. 41 Menschen – 35 Männer und 6 Frauen – nutzten das Angebot.
Wachsender Bedarf bis zum Saisonhöhepunkt
Anfangs zögerlich in Anspruch genommen, stieg die Nachfrage nach dem Schutzraum im Laufe des Winters deutlich. Im März waren die zehn bereitgestellten Schlafplätze an mehreren Tagen vollständig belegt. Die Anmeldung erfolgte in der Regel tagsüber über die Straßenambulanz der Caritas. In den Abendstunden konnte ein beauftragter Sicherheitsmitarbeiter noch freie Plätze direkt vergeben.
Mehr als ein Schlafplatz
Das Angebot ging über eine bloße Schlafmöglichkeit hinaus. „Grundsätzlich suchten die Menschen nicht nur Schutz vor Kälte. Sie wollten auch bewacht werden und wenigstens für einige Stunden einmal entspannt schlafen können, ohne Angst haben zu müssen, bestohlen oder angegriffen zu werden“, erläutert Edith Heilos, Projektverantwortliche der Caritas Straßenambulanz und L-OFF (Leben in Offenbach).
Die Betreuung erforderte ständige Aufmerksamkeit: Ein Sicherheitsdienst war von 19 bis 7 Uhr im Einsatz. Die Mitarbeitenden des Caritashauses waren auch in den Abendstunden erreichbar, um bei Konflikten zu unterstützen. Bei schweren Regelverstößen – etwa durch Alkoholmissbrauch oder psychische Krisen – wurden im Einzelfall Hausverbote ausgesprochen.
Pflege, Gespräche und Vermittlung
Neben dem Schutzraum bot die Caritas auch pflegerische Hilfe. Das Pflegepersonal der Straßenambulanz versorgte gesundheitliche Beschwerden, stellte den Duschraum zur Verfügung und half bei weiterführenden Vermittlungen. Auch das L-OFF-Projektteam war in den frühen Morgenstunden vor Ort, um Gesprächsangebote zu machen.
Dank für schnelles Engagement
Die Stadt Offenbach würdigt das Engagement der Caritas ausdrücklich. „Wir danken Frau Bacher und ihrem Team der Caritas für ihre Bereitschaft, eine Notunterkunft in den eigenen Räumen einzurichten, und für ihr Engagement zur Unterstützung der hilfebedürftigsten Menschen in unserer Stadt“, sagte Stadtrat Paul-Gerhard Weiß. Besonders betonte er die kurzfristige Umsetzung im vergangenen Herbst.
Frau Bacher, Bereichsleitung des Caritashauses St. Josef, sieht den Sicherheitsdienst als zentral für das Gelingen: „Wir sind froh, dass wir so einen soliden Sicherheitsdienst hatten. Durch dessen aufmerksame Präsenz konnten die 113 Nächte sicher ablaufen, andernfalls wäre es mitunter hier zu massiven Eskalationen gekommen.“
Blick auf den kommenden Winter
Die Planungen für die nächste Kältesaison sind bereits angelaufen. Das städtische Ordnungsamt bereitet derzeit die Ausschreibung für ein neues Winternotübernachtungsangebot vor. Ziel bleibt es, auch künftig bedarfsgerecht und verlässlich Hilfe für Menschen ohne Obdach in Offenbach zu leisten.














