Am Kaiserlei beginnen im Mai die Arbeiten zum Rückbau der ehemaligen KWU-Türme. Die ABG FRANKFURT HOLDING hat die Abbruchanzeige am 30. März bei der Stadt Offenbach eingereicht. Nach Ablauf der vorgeschriebenen Frist sollen die Arbeiten Mitte Mai starten. Sichtbar werden die Abbrucharbeiten voraussichtlich ab Ende Mai. Die Rückbauarbeiten sind in zwei Bauabschnitten vorgesehen, bis Ende des Jahres sollen die Gebäude nach Einschätzung der ABG zurückgebaut sein.
Verfahren soll Emissionen begrenzen
Für den Rückbau hat die ABG die Becker Sanierungstechnik GmbH aus Oberhausen beauftragt, die in Offenbach eine Niederlassung hat. Das Unternehmen will die Gebäude zunächst selektiv und geschossweise zurückbauen. Bauteile werden dabei segmentiert, per Kran ausgehoben und am Boden weiter aufbereitet. Erst wenn die Gebäudehöhe es zulässt, soll der maschinelle Abbruch mit Longfront-Baggern folgen. Die Gebäudeteile sollen eingerüstet und mit Planen versehen werden. Nach Darstellung der ABG sollen so Lärm- und Staubemissionen vergleichsweise gering bleiben. Zudem ist vorgesehen, dass das Abbruchmaterial weitgehend auf der Baustelle verbleibt und dort für die späteren Neubauarbeiten aufbereitet wird.
Neues „Kaiserviertel“ bis Ende 2029
Auf dem seit Jahren ungenutzten Areal plant die ABG den Bau von fast 1.200 Mietwohnungen bis Ende 2029. Genannt werden 1.179 Mietwohnungen, darunter ein öffentlich gefördertes Studierendenwohnheim mit Platz für über 350 Studierende. Zusätzlich sollen zehn Prozent der Wohnfläche für geförderte Wohnungen vorgesehen sein; insgesamt wären damit rund 23 Prozent der Wohnfläche sozial gebunden. Geplant sind außerdem über 4.000 Quadratmeter neue Büroflächen sowie Gewerbeflächen entlang der Strahlenberger Straße.
GBO-Option für rund 100 Wohnungen
Offenbachs Oberbürgermeister Felix Schwenke verbindet den Baustart mit dem Beginn der Quartiersentwicklung am westlichen Stadteingang. „Es freut mich sehr, dass die ABG Wort hält und wie versprochen zügig mit den Abbrucharbeiten der KWU-Türme beginnt. Nach vielen Jahren des Stillstands wird jetzt endlich der Grundstein für das neue Kaiserviertel am Eingang der Stadt Offenbach gelegt“, sagt Schwenke. Er hebt hervor, dass neben studentischem Wohnen auch öffentlich geförderte Wohnungen entstehen sollen. Für rund 100 Wohnungen hat die Offenbacher Wohnungsbaugesellschaft GBO eine Kaufoption vereinbart, um diese künftig selbst betreiben zu können; eine Entscheidung dazu soll 2027 fallen.
Klimaauflagen und Kita vorgesehen
Das Vorhaben soll die Anforderungen des städtischen Klimaschutzkonzepts 2035 erfüllen. Genannt werden Dachbegrünung, versickerungsfähige Flächen und ein Energiekonzept nach dem Schwammstadtprinzip. Vorgesehen sind 737 Stellplätze, was mit 0,6 Stellplätzen pro Wohnung beziffert wird, sowie zusätzliche Fahrradabstellplätze. Außerdem ist eine Kindertagesstätte geplant; deren Kosten soll die ABG tragen.
Stadt spricht von lange erwartetem Schritt
Die Stadt und die ABG verweisen darauf, dass es nach langem Stillstand nun in die Umsetzung geht. „Wir wollten ein Verfahren, das die benachbarte Bevölkerung am Standort möglichst wenig durch Lärm und Staub beeinträchtigt, gleichzeitig wollten wir eine hohe Sicherheit und den Emissionsschutz mit einem zügigen Baufortschritt kombinieren“, sagt ABG-Geschäftsführer Frank Junker. Für die ABG ist das Projekt Teil eines umfangreichen Investitionsvorhabens von mehr als 500 Millionen Euro.
















