Acht Auszubildende der Stadtwerke Offenbach haben auf dem Neuen Friedhof das Umfeld der Erinnerungsstele für die zivilen Opfer der Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg umgestaltet. Im Rahmen eines eigenständigen Ausbildungsprojekts richteten die angehenden Gärtnerinnen und Gärtner die Anlage optisch her und berücksichtigten bei der Ausführung ökologische Kriterien.
Vorhandene Gesteinsarten dienen als neue Einfassung für die Anlage
Für die bauliche Umsetzung griffen die Nachwuchskräfte ausschließlich auf bereits vorhandene Baumaterialien zurück. Die neue Einfassung rund um den Gedenkstein besteht aus Offenbacher Basalt sowie aus Sandsteinen, die ursprünglich als Muster für die Deichsanierung am Main gedient hatten. Jasna Volk, Abteilungsleiterin Service öffentlicher Raum beim Stadtservice, beschreibt die handwerklichen Anforderungen an die Auszubildenden: „Die Sandsteine unterschieden sich teilweise deutlich in Größe, Farbe und Herkunft. Die Aufgabe bestand darin, die verschiedenen Elemente so miteinander zu kombinieren, dass ein harmonisches Gesamtbild entsteht. Es mussten auch die Besonderheiten dieses Ortes berücksichtigt werden: So sollte auch ein Platz für Kranzniederlegungen für die Verstorbenen frei bleiben.“
Trockenresistente Gewächse dienen Insekten als zusätzliche Nahrungsquelle
Die klimatischen Bedingungen vor Ort erforderten zudem eine gezielte Auswahl bei der Bepflanzung, da die Fläche rund um die Stele einen Großteil des Tages starker Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist. Die Auszubildenden pflanzten überwiegend hitzebeständige Kräuter und Stauden in die Erde, die nur einen geringen Wasserbedarf aufweisen. Die ausgewählten Pflanzen zeichnen sich laut den Stadtwerken durch eine ausdauernde Blütezeit aus und bieten Insekten eine verlässliche Nahrungsquelle auf dem Friedhofsgelände.
Bereichsübergreifendes Projekt soll das selbstständige Arbeiten fördern
Die Umgestaltung des Areals ist Teil einer bereichsübergreifenden Ausbildung. Die acht angehenden Gärtner sind teils beim Stadtservice, teils bei der Gesellschaft für Betriebs- und Modellmanagement angestellt. Betreut werden sie von Jasna Volk sowie von Kurt Kaiser, der im Sportplatzmanagement tätig ist. Durch diese Ausbildungsstruktur erlernen die Nachwuchskräfte die Pflege von öffentlichen Grünanlagen ebenso wie die Unterhaltung von Sportstätten. Praxisprojekte wie auf dem Friedhof sollen dabei das gelernte Wissen festigen. „Unsere Auszubildenden können immer wieder bei eigenen Projekten ihre Kreativität und ihr handwerkliches Können unter Beweis stellen“, ordnet Volk den Ansatz ein. „Damit lernen sie auch Eigenständigkeit und Verantwortung zu übernehmen. Und wir finden, dass sie auch wieder bei der Neugestaltung des Areals die Aufgabe sehr gut gelöst haben.“
















